Brustvergrößerungen als beliebte kosmetische Eingriffe

Risiken vorher komplett abklären

(16.01.2015, Pharma-Zeitung.de) Brustvergrößerungen gehören mittlerweile auch in Deutschland zu den beliebtesten kosmetischen Eingriffen. Dahinter steckt oftmals nicht nur der Wunsch, einem gewissen Schönheitsideal zu entsprechen, sondern auch das eigene Selbstwertgefühl zu verbessern. Durch stetige Weiterentwicklungen der Operationstechnik sowie der Implantate können heute oftmals sehr natürlich aussehende Ergebnisse erzielt werden. Trotzdem sollten interessierte Frauen die Risiken einer Brustvergrößerung niemals auf die leichte Schulter nehmen. Darüber hinaus ist es wichtig, nur hochwertige Implantate zu verwenden und experimentelle Methoden stets kritisch zu prüfen.

Welche Risiken treten bei Brustvergrößerungen generell auf?

Unabhängig von der Qualität der Implantate oder der gewählten Methode lässt sich das normale OP-Risiko nicht vermeiden. Wird ein Eingriff unter Vollnarkose durchgeführt, ergeben sich daraus stets Belastungen für Herz, Nieren und Lunge. Nach dem Eingriff kommt es zudem normalerweise zu Wundschmerzen und Blutergüssen, die jedoch normalerweise nach einer kurzen Zeit abgeheilt sind. Ein gewisses Infektionsrisiko lässt sich ebenfalls nicht ausschließen.
Darüber hinaus können bei einer Brustvergrößerung jedoch auch ernstere Probleme auftreten. Da mit dem Implantat ein Fremdkörper integriert wird, kann der Körper der Patientin darauf mit Abwehrmaßnahmen reagieren. Mitunter wird eine kapselförmige Hülle aus Narbengewebe um das Implantat gebildet, was dem Krankheitsbild den Namen Kapselfibrose beschert hat. Dies kann unglücklicherweise auch noch Jahre nach dem Eingriff passieren. Eine Asymmetrie der Brüste ist hingegen häufig darauf zurückzuführen, dass sich ein Implantat gedreht hat oder verrutscht ist.

Die Risiken einer Brustvergrößerung in der Übersicht:

- Normale OP-Risiken wie Belastungen für Herz, Lunge und Nieren
- Wundschmerzen und Blutergüsse für mehrere Tage nach dem Eingriff
- Erhöhtes Infektionsrisiko
- Gefahr der Bildung einer Kapselfibrose als Fremdkörperreaktion des eigenen Körpers
- Asymmetrie der Brüste bei Implantatverschiebungen

Können sich durch die Qualität der Implantate zusätzliche Risiken ergeben?

Die Qualität der Brustimplantate ist durchaus entscheidend für die Ausprägung gewisser Risiken. So können schlechte Implantate deutlich leichter reißen und die Füllung gelangt in den Körper. Handelt es sich dabei auch noch um minderwertiges und nicht für Medizinprodukte zugelassenes Silikon, kann dies vermutlich erheblichen Schaden anrichten. Mit dem PIP-Skandal gibt es ein sehr bekanntes Praxisbeispiel. Laut spiegel.de wird das Industrie-Silikon in den Implantaten für Entzündungen und ein erhöhtes Krebsrisiko verantwortlich gemacht. Auch wenn dafür bislang wissenschaftliche Nachweise fehlen, ist die Gefahr nicht zu unterschätzen. Das Vertrauen in die CE-Kennung für Brustimplantate ist aktuell zumindest angekratzt, weil auch die Implantate der Firma PIP die CE-Kennung vom TÜV Rheinland erhalten haben. Die EU-Kommission hat daraufhin schärfere Kontrollen und eine neue EU-Medizinprodukteverordnung angekündigt und mittlerweile auch bestätigt. Diese würde von Kritikern jedoch als deutlich zu harmlos angesehen.

Brustvergrößerungen mit Eigenfett – revolutionäre Methode oder erhebliches Risiko?

Als Alternative zum aktuellen Standard der Brustvergrößerung mittels Implantaten wird mittlerweile auch an neuen Methoden geforscht. Sehr weit fortgeschritten und in der Praxis bereits durchgeführt wird die Brustvergrößerung mit Eigenfett. Trotzdem gibt es nach wie vor sehr kontroverse Diskussionen über diese Methode. So wird aktuell berichtet, dass eine Brustvergrößerung mit Eigenfett aktuell noch nicht ausgereift genug ist, um sie bedenkenlos empfehlen zu können. So entstünden beispielsweise Probleme bei der Interpretation von Mammographien, da das zusätzliche Eigenfettgewebe für Kalzifikationen sorge, die auch beim Auftreten von Brustkrebs zu sehen seien. Während dieses Problem eher diagnostischer Natur zu sein scheint, ist bisher auch noch nicht ausgeschlossen, dass die Stammzellen im Eigenfett ein eventuelles Tumorwachstum begünstigen. Auch wenn es bereits eine kleine italienische Studie zu diesem Thema gibt, kann diese Frage erst nach größer angelegten Studien abschließend beantwortet werden. Aus diesem Grund lässt sich die Brustvergrößerung mit Eigenfett aktuell eher den experimentellen Methoden zuordnen.

Die wichtigsten Fakten im Überblick:

- Eigenfettimplantationen werden bereits heute in der Praxis durchgeführt
- Die Diskussionen über diese Methode sind sehr kontrovers
- Es können Probleme bei der Interpretation von Mammographien auftreten
- Eventuelles Krebsrisiko durch Stammzellen im Eigenfett noch nicht abschließend geklärt
- Bisher eher noch experimentell und daher von Patientinnen mit Vorsicht zu genießen

Was Frauen bei einer geplanten Brustvergrößerung beachten sollten

Die Risiken einer Brustvergrößerung lassen sich niemals komplett vermeiden.

- Es sollte vorher eine umfassende Beratung über Chancen und Risiken durchgeführt werden
- Ein gewisses Maß an Erfahrung der behandelnden Ärzte sorgt für bessere Ergebnisse (Vermeidung von Asymmetrie oder Kapselfibrose)
- Die fachliche Kompetenz der Ärzte ist ebenfalls wichtig (Fachärzte für plastische Chirurgie)
- Bei Brustimplantaten vorher recherchieren, welche Produkte sich als qualitativ hochwertig erwiesen haben (eine reine CE-Kennung ist mitunter nicht unbedingt ausreichend, sondern Bedingung für eine Nutzung des Implantates)

Die oben genannten Punkte schließen Komplikationen letztlich nicht aus, da diese auch von der persönlichen Situation und den Reaktionen des eigenen Körpers auf die Implantate abhängen. Trotzdem sorgen qualifizierte Ärzte sowie hochwertige Implantate dafür, dass potenziell schwerwiegende Probleme gar nicht oder nur sehr schwach ausgeprägt in Erscheinung treten. Wer seine Brustvergrößerung also zu einem Eingriff mit möglichst kleinem Risiko machen möchte, kann durch die oben genannten Stellschrauben durchaus Einfluss nehmen.

Brustvergrößerungen gehören für plastische Chirurgen zur Routine

Brustvergrößerungen gehören heute eigentlich zu den Routineeingriffen in Schönheitskliniken. Immerhin gilt die Brustvergrößerung grundsätzlich zu den beliebtesten Schönheitsoperationen überhaupt. Dazu kommen auch noch medizinisch notwendige Eingriffe nach einer Masektomie (Brustentfernung). Trotz aller Routine lassen sich gewisse Risiken jedoch nicht komplett ausschließen. Neben normalen OP-Risiken stehen dabei vor allem die Kapselfibrose sowie Probleme mit der Stabilität oder Lage des Implantates im Vordergrund. Wer sich also für eine Brustvergrößerung entscheidet, sollte sich auf gewisse potenzielle Probleme einstellen. Durch die Wahl eines erfahrenen und fachlich kompetenten Chirurgen sowie eines hochwertigen Implantates liegt die Wahrscheinlichkeit für grobe Komplikationen jedoch deutlich niedriger.

Informationsquellen:
http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/wdr/2014/sendung-vom-12032014-104.html
https://www.privatklinik-schlossstrasse.de
http://www.br.de/radio/bayern2/gesellschaft/notizbuch/medizinprodukte-verordnung-sicherheit-100.html


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