DIZG meldet mehr Gewebespenden und Versorgungen mit Transplantaten denn je

(30.05.2016, Pharma-Zeitung.de) BERLIN - Copyright by Business Wire - DIZG

Der DIZG-Jahresbericht 2015 zeigt: Hohe Spendenbereitschaft und Einsatz der an der Spende beteiligten Kliniken führen zu einer bislang unerreicht hohen Zahl an Versorgungen mit Knochen- und Gewebetransplantaten

Das Deutsche Institut für Zell- und Gewebeersatz (DIZG) hat im Jahr 2015 ein Spendenhoch verzeichnet: 7.357 Einzelgewebe von lebenden und verstorbenen Menschen gingen im Laufe des vergangenen Jahres beim DIZG ein. Nie zuvor konnte eine so hohe Zahl erreicht werden. Dabei stieg allein die Zahl der gespendeten Hüftköpfe um rund 46 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese erfreuliche Entwicklung geht aus dem Jahresbericht 2015 hervor, den das gemeinnützige Institut soeben veröffentlicht hat. Danach konnte das DIZG insgesamt 35.699 Transplantate aus gespendetem Knochengewebe, Sehnen, Haut, Fascia und Amnion zur klinischen Anwendung abgegeben – knapp zwölf Prozent mehr als im Jahr zuvor. Mehr als 35.000 Patienten in rund 800 klinischen Einrichtungen, davon etliche mit schwersten Knochendefekten, profitierten von den rund 350 unterschiedlichen Transplantatvarianten.

DIZG-Geschäftsführer Jürgen Ehlers erklärt den positiven Trend mit dem kontinuierlichen Ausbau der Spenderprogramme und der hohen Bereitschaft zur Gewebespende in der Bevölkerung. „Dafür sei allen Spenderinnen und Spendern aufrichtig gedankt, nicht zu vergessen das Klinikpersonal, dessen unermüdlicher Einsatz es ermöglicht hat, dass der Wille zur Spende in die Tat umgesetzt werden konnte“, sagte er. Dies habe die Rolle des DIZG als Notversorger weiter gestärkt – im Sinne einer besseren Patientenversorgung. „Dass wir unsere Versorgungskapazitäten derart ausbauen konnten, versetzt uns in die Lage, Kliniken und deren Knochenbanken noch viel besser zu unterstützen, etwa wenn es dort zu technisch bedingt Engpässen kommt“, betont Ehlers. Dadurch könne man auch die wachsende Nachfrage aus Nachbarländern wie Österreich und Schweiz umfassender erfüllen. „Das stimmt uns froh, denn unsere Transplantate werden wegen ihres hohen Sicherheitsniveaus und ihrer Zulassung nach dem Arzneimittelgesetz zunehmend auch von erfahrenen Chirurgen ausländischer Kliniken geschätzt“, so Ehlers.

Mit dem Anstieg an Gewebespenden ist auch die Verfügbarkeit von bereits bedarfsgerecht zerkleinerten Spongiosa-Transplantaten gestiegen. Hiervon profitieren vor allem Patienten aus der Wirbelsäulenchirurgie, der endoprothetischen Revisionschirurgie und der Traumatologie. Diese vorbereiteten Transplantate werden immer beliebter, da sie OP-Zeiten reduzieren und zum Beispiel die Risiken für nosokomiale Infektionen absenken.

Darüber hinaus zeigt der Jahresrückblick einen weiteren positiven Trend: 2015 konnte das DIZG mehr Verbrennungspatienten mit allogener Spalthaut versorgen und dadurch mehr Leben retten. Das bekannteste Beispiel ist der Fallbericht des Jungen Tito aus Angola, dessen Körperoberfläche zu 70 Prozent verbrannt war und der ohne die Spenderhaut des DIZG seine Verbrennungen nicht überlebt hätte.

Mit der Herstellung von allogenen Spalthaut-Transplantaten hat das gemeinnützige DIZG bereits im Jahr 2014 ein weiteres Kapitel im Bereich der Versorgung von Schwerstbrandverletzten eröffnen können. Möglicherweise kommt jetzt sogar noch ein weiteres Einsatzgebiet hinzu: Auch Chirurgen, die sich mit der chirurgischen Versorgung chronischer Wunden und den daraus resultierenden oft schwerwiegenden Folgen befassen, sind auf allogene Spalthaut aufmerksam geworden. Daneben rückten auch azelluläre Dermis und humanes Amnion in den Fokus der Wundbehandlung. „Dies spornt uns an, in den nächsten Jahren wissenschaftlich zu ergründen, inwieweit unsere Transplantate zu einem schnelleren und stabileren Wundverschluss beitragen können“, erläutert Ehlers.

Zuversichtlich zeigt sich der DIZG-Geschäftsführer auch beim Engagement gegen die kürzlich eingeführte Umsatzsteuer auf Knochentransplantate. Hier habe man im vergangenen Jahr wichtige Etappenziele erreichen können und viel Unterstützung durch die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) erfahren. Nach Auffassung des DIZG und der DGOU sind Knochen ebenfalls Organe, auf deren Basis der Staat keine Einnahmen aus der Umsatzsteuer erzielen sollte. Das DIZG wird deshalb sein Engagement im Interesse der Patientenversorgung und der Gewebebanken in den kommenden Monaten fortsetzen. Ehlers: „Alles in allem blicken wir auf ein erfolgreiches Jahr zurück, aus dem viele Chancen und ebenso viele „Hausaufgaben“ für das Jahr 2016 entstanden sind.“

Über das DIZG

Das Deutsche Institut für Zell- und Gewebeersatz (DIZG) ist ein gemeinnütziger Hersteller von allogenen Gewebetransplantaten und autologen Zellkulturen. Ziel ist, aus dem Geschenk der Spender möglichst vielen Menschen mit schwersten Gewebedefekten eine verbesserte Perspektive auf Heilung zu bieten. Deshalb fördert das 1993 in Berlin gegründete Institut die Gewebespende, forscht und entwickelt die Transplantatvielfalt ständig weiter. Mittlerweile profitieren jedes Jahr mehr als 35.000 Patienten mit schweren Verletzungen von rund 350 verschiedenen Transplantatarten aus den Reinräumen des DIZG.


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www.dizg.de






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