Kreisklinik Bad Neustadt verschafft Patienten mit standardisiertem Schmerzkonzept weitgehende Beschwerdefreiheit

Anästhesisten und Pain Nurses stimmen Therapie individuell ab

(31.01.2013, Pharma-Zeitung.de) Angst vor Schmerzen kennt man schon aus der Kindheit. Es ist eine Angst, die sich nie verliert. Oft hält sie sogar von notwendigen Behandlungen oder Operationen ab. Völlig unnötig, denn qualifizierte Einrichtungen wie die Kreisklinik in Bad Neustadt bieten ihren Patienten dank speziell entwickelter Schmerzkonzepte weitgehende Beschwerdefreiheit z.B. nach Operationen.

„Wir erarbeiten auf jeden Patienten abgestimmt eine mehrstufige Schmerztherapie, die von unseren Anästhesisten und eigens hierfür ausgebildeten Schwestern und Pflegern, den sogenannten Pain Nurses, mehrfach täglich überwacht und angepasst wird“, erläutert Dr. med. Michael Schneider, Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin in der Kreisklinik Bad Neustadt. Zum Einsatz kommt der auf den aktuellen nationalen und internationalen Richtlinien basierende Behandlungsplan vor allem bei der Akutversorgung, zum Beispiel beim Einsatz eines künstlichen Gelenks oder bei einem Eingriff im Bauchraum.

Gemeinsam mit den Chefärzten der operativen Abteilungen hat der Anästhesist die Schmerztherapie zur großen Zufriedenheit der Patienten weiterentwickelt. „Wir versprechen keine Schmerzfreiheit, das wäre vermessen. Aber wir garantieren Schmerzarmut“, führt Kollege Oberarzt Peter Diehl aus. Das kann Patientin Birgit Hoffelner nur bestätigen. „Ich habe nach meiner Knieoperation wesentlich weniger Schmerzen als bei früheren Eingriffen“, freut sich die 59-jährige Patientin. Bereits zum zweiten Mal hat sie nach dem Einsatz von künstlichen Kniegelenken die Schmerztherapie erhalten. „Kein Vergleich zu früheren Eingriffen“, strahlt die 59-Jährige aus Burglauer, die zudem die Heimatnähe der Kreisklinik sehr schätzt.

Wie funktioniert diese Therapie, die selbst starke Schmerzen nach großen Eingriffen so stark lindert? Das Geheimnis liegt darin, den Schmerz erst gar nicht entstehen zu lassen. Denn sind Nerven erst einmal gereizt, ist es oft schwierig sie wieder zu beruhigen. Die zehn Anästhesisten der Kreisklinik Bad Neustadt erarbeiten deshalb konsequent für jeden Patienten bereits vor dem Eingriff eine maßgeschneiderte Dosierung an Schmerzmitteln. Alter, Gewicht, eventuelle Nebenwirkungen, vorhandene Erkrankungen und Allgemeinzustand verschmelzen hier mit den Erfahrungen über die zu erwartende Schmerzstärke zu einer genau festgelegten und für das Pflegepersonal dokumentierten Medikamentendosierung vor, während und nach dem Eingriff.

Bei Operationen an den Extremitäten, werden zunächst die sogenannten peripheren Nerven blockiert. Um den Arm zu betäuben, erfolgt die Anästhesie z.B. in der Achselhöhle, an den Beinen in der Leiste, am Unterleib erfolgt die vielfach auch in der Geburtshilfe praktizierte rückenmarksnahe Periduralanästhesie (PDA). Diese regionale Anästhesie ist gut verträglich und bewahrt den Patienten vor möglichen Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Schwindel.

Die Besonderheit des Schmerzkonzepts in der Kreisklinik Bad Neustadt liegt jedoch in einem Schmerzkatheter, der während der Operation gesetzt wird und dort einige Tage verbleibt. Mittels dieses kleinen Zugangs – meist in der Leiste – sind die Mediziner in der Lage, hochgenau rund um die Uhr Schmerzmittel zuzuführen. Der Minicomputer vollbringt dabei wahre Wunder, gibt er doch die vom Arzt im Vorfeld bestimmte Menge an Schmerzmitteln ab und sorgt so dafür, dass Schmerzen erst gar nicht aufflammen. „Entscheidend ist beim Schmerzkatheter die kontinuierliche Überwachung und schrittweise Reduzierung der Dosis, betont Dr. Schneider. Diese Aufgabe der Schmerzmessung übernehmen in der Kreisklinik Bad Neustadt speziell ausgebildete „Pain Nurses“, also Schmerz-Schwestern und Pfleger. Im Rahmen ihres „Schmerzdienstes“ kontrollieren sie täglich das Befinden des Patienten, regulieren die Menge an Schmerzmitteln und protokollieren dies. Der Schmerzdienst steht 24 Stunden pro Tag zur Verfügung – ein Service, der selbst in großen Kliniken nicht überall Standard ist.

Bewährt hat sich dieses Schmerzkonzept in abgewandelter Form nicht nur bei Akutfällen, sondern auch bei Patienten mit chronischen Schmerzen, ebenso wie in der Palliativmedizin, wo es gilt, den letzten Lebensabschnitt so schmerzfrei wie möglich zu gestalten.

„Unser Stufenplan gegen den Schmerz hat schon vielen Patienten die Angst vor dem Eingriff genommen und die Regeneration nach dem Eingriff beschleunigt“, freut sich Dr. Schneider. „Wenn es notwendig ist, ein künstliches Gelenk einzusetzen, bedeutet dies für viele Menschen den Start in ein schmerzfreieres und unabhängigeres Leben.“

Weitere Informationen erteilt die Kreisklinik Bad Neustadt/S. unter Tel. 09771 907 301, info@kh-bad-neustadt.de, www.kh-bad-neustadt.de.

Hintergrund: Kreisklinik Bad Neustadt a.d. Saale
Die Kreisklinik Bad Neustadt versorgt fachübergreifend pro Jahr rund 9.600 stationäre und 24.000 ambulante Patienten. Die Einrichtung verfügt über 225 stationäre Betten und acht teilstationäre Dialyseplätze, die sich auf sieben Allgemeinstationen, eine Intensivstation und eine Intermediate-Care-Station („Zwischenintensiv“) verteilen. Das medizinische Leistungsspektrum für die Bevölkerung sichert eine breit abgestimmte, heimatnahe Grundversorgung für akute und chronische Erkrankungen in den Bereichen Innere Medizin, Allgemein-, Viszeral (Bauch)- und Thorax(Brust)-Chirurgie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Anästhesie und Intensivmedizin, Belegabteilungen für Gynäkologie und Geburtshilfe, HNO, Dialyse und Palliativmedizin. Ein ambulantes OP-Zentrum, eine Interdisziplinäre Notfallaufnahme, Physiotherapie und das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) mit Facharztpraxen ergänzt die umfassende Versorgung der Bürgerinnen und Bürger der Region. Dabei stellt die Kreisklinik zusammen mit den niedergelassenen Ärzten den Notarztdienst sicher.
Mehr unter www.kh-bad-neustadt.de.


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Anhang

Großer Eingriff, kaum Schmerzen: Patientin Birgit Hoffelner ist hochzufrieden mit dem Team der Kreisklinik Bad Neustadt. Dank des speziellen Schmerzkatheters von Dr. med. Michael Schneider (li), überwacht von „Pain Nurse“ Roswitha Eckert, hat die 59-Jähri
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