Versandapotheken auf dem Vormarsch - Arzneimittelfälschungen machen EU-Fälschungsrichtlinie unverzichtbar

(15.09.2014, Pharma-Zeitung.de) Während sich Versandapotheken hinsichtlich freiverkäuflicher Arzneimittel seit längerem über ihre wachsende Beliebtheit freuen, werden zwischenzeitlich auch rezeptpflichtige Medikamente vermehrt online gekauft. Gleichzeitig boomt der Handel mit Arzneimittelfälschungen. Aufgrund dieser Tatsache fordert der Europäische Verband der Versandapotheken EAMSP eine frühzeitige Umsetzung der EU-Fälschungsrichtlinie.

Studie beleuchtet Einkaufsverhalten

Bei der aktuellen Befragung des Fürther Marktforschungsunternehmens mafowerk handelt es sich um eine Neuauflage der „Shopper Insights Studie“ aus dem Jahr 2012. 2.000 Verbraucher, die freiverkäufliche Arzneimittel beziehen, wurden dabei zu ihrem Offline- sowie Online-Einkaufsverhalten befragt. An der Befragung nahmen ausschließlich Personen teil, die Selbstmedikation / OTC-Arzneimittel kauften. Folgende Fragen wurden unter anderem gestellt:

• Warum wurde online beziehungsweise offline gekauft?
• Was sind Kauf-Barrieren und Motivatoren bei Onlinekäufen?
• Welche Indikationen wurden bevorzugt?

Unter den Käufern bei Versandapotheken bestellen mindestens 30 Prozent einmal pro Monat. 21 Prozent beziehen fast sämtliche, benötigten OTC/Selbstmedikationsprodukte in Versandapotheken. Wenn es um die Selbstmedikation geht, steht bei der Verbraucher-Strategie die Online-Information im Vordergrund. Käufer informieren sich zunächst online bei diversen medizinischen Informationsportalen und kaufen die gewünschten Medikamente anschließend in Versandapotheken. Diese Vorgehensweise trifft auf 34 Prozent der Befragten zu. Im Vergleich zu den Studienergebnissen aus 2012 ist erkennbar, dass Internet-Versandapotheken einen leichten Rückgang bei den Verkäufen einbüßen müssen, sobald sich Kunden stationär in Apotheken informieren. 46 Prozent der Befragten suchen den Rat des Apothekers vor Ort. Informationsquellen sind weiterhin der Hausarzt und in der Apotheke erhältliche Kundenzeitschriften.

Verschreibungspflichtige Medikamente und das Fälschungsproblem

Neben dem Einkauf von freiverkäuflichen Arzneimitteln sind Versandapotheken, die rezeptpflichtige Medikamente verkaufen auf dem Vormarsch. Als Beispiel dient die geprüfte Versandapotheke des Online-Gesundheitsdienstes ferndiagnose.org. Besucher können bei derartigen Plattformen nicht nur eine Ferndiagnose durch lizenzierte Ärzte mit EU-Zulassung in Anspruch nehmen, sondern rezeptpflichtige Medikamente beantragen. Bei den ausschließlich gegen Rezept erhältlichen Medikamenten handelt es sich um geprüfte, originale und in der gesamten EU zugelassene Präparate. Zwar erweisen sich positive Beispiele wie diese Versandapotheke besonders bei Folgerezepten und leichten Gesundheitsbeschwerden als praktisch, unkompliziert und günstig, jedoch boomt der Handel mit Arzneimittelfälschungen unaufhörlich, was beim Verbraucher Unsicherheit auslöst. Gut organisierte Fälscher sind technisch bestens ausgestattet und mittlerweile international vernetzt. Behörden und Zoll haben die kriminellen Machenschaften zwar im Visier, der Ursprung ist jedoch kaum zu finden. Problematisch für Patienten ist, dass die Fälschungen derart perfekt den Originalen gleichen, dass selbst Sicherheits- und Sichtprüfungen von Apotheken diese nicht als solche identifizieren. Während zunächst hauptsächlich rezeptfreie Medikamente zur Selbstmedikation betroffen waren, sind mittlerweile rezeptpflichtige Fälschungen wie Antibiotika oder die Antibabypille im Umlauf. Selbst vor lebenswichtigen Medikamenten machen die Fälscher nicht Halt. Aufgrund der kontinuierlichen Zunahme der Fälschungen hat das EU-Parlament 2011 eine EU-Fälschungsrichtlinie beschlossen. Demnach sollen ab 2018 sämtliche Medikamentenpackungen mit Sicherheitsmerkmalen ausgestattet werden, die eine eindeutige Identifizierung ermöglichen und die Echtheit bestätigen.

Laut dem Europäischen Verband der Versandapotheken EAMSP erfolgt die Einführung der EU-Richtlinie zu spät. Vorstand des EAMSP Klaus Gritschneder fordert: „Die fälschungssichere Verpackung und die Nachverfolgbarkeit einer Packung müssen schneller kommen. Wir haben keine Zeit zu warten, denn die Sicherheit der Patienten steht auf dem Spiel.“ Die beschlossene EU-Richtlinie gilt für sämtliche rezeptpflichtigen Medikamente. Neben einer optimierten Kontrolle der Lieferkette soll die Richtlinie Verbrauchern die Auswahl einer seriösen Versandapotheke durch ein europaweit einheitliches Logo erleichtern.

Mit securPharm gilt Deutschland beim Umsetzen der Richtlinie als Vorreiter. Das System wurde von Pharmagroßhändlern, Arzneimittelherstellern und Apothekern in Deutschland gemeinsam entwickelt. Mit ihm lässt sich die Echtheit von Medikamenten in Apotheken überprüfen, sodass Fälschungen aus dem legalen Vertrieb ferngehalten werden können. Im folgenden Video zu securPharm wird die Funktion der Fälschungsabwehr erläutert.

Quellen:
http://www.eamsp.org/de/home/
https://www.ferndiagnose.org/

Bilderquelle:
Michal Jarmoluk / pixabay.com


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