Mehrere Phase-III-Studien bestätigen auf internationaler Myelom-Veranstaltung statistisch signifikanten klinischen Nutzen der REVLIMID-Dauerbehandlung für Patienten mit multiplen Myelomen

(10.05.2011, Pharma-Zeitung.de) BOUDRY, Schweiz - Copyright by Business Wire - Celgene International Sàrl

CALGB-Phase-III-Studie an Patienten mit neu diagnostizierten multiplen Myelomen belegt für die REVLIMID-Dauerbehandlung eine statistisch relevante Verbesserung der Gesamtüberlebenszeit gegenüber Placebo nach einer autologen Stammzellentransplantation

MM-015-Phase-III-Studie an Patienten mit neu diagnostizierten multiplen Myelomen bestätigt eine statistisch signifikante Verlängerung der progressionsfreien Überlebenszeit durch REVLIMID-Dauerbehandlung

IFM-0502-Phase-III-Studie an Patienten mit neu diagnostizierten multiplen Myelomen weist eine statistisch signifikante Verlängerung der progressionsfreien Überlebenszeit und insgesamt eine Verbesserung der Überlebenschancen durch eine REVLIMID-Dauerbehandlung nach

Phase-III-Studie zur Erforschung von REVLIMID an Patienten mit schwelenden multiplen Myelomen bestätigt einen statistisch signifikanten Gesamtüberlebensvorteil

Gepoolte Analysen von 11 REVLIMID-Studien bewerten das Verhältnis von Nutzen und Risiko für Patienten mit rezidivierenden/refraktären multiplen Myelomen

Wie Celgene International Sàrl (NASDAQ: CELG) heute mitteilte, wurden Daten aus mehreren Phase-III-Studien, die das Nutzen-Risiko-Profil von REVLIMID auswerten, im Rahmen des International Myeloma Workshop in Paris vorgestellt.

Die aktualisierten Ergebnisse wurden in vier Phase-III-Studien des Wirkstoffs REVLIMID (Lenalidomid) erhoben, die entweder als Dauerbehandlung im Anschluss an eine hoch dosierte Melphalan- und autologe Stammzellentherapie, als Dauerbehandlung nach einer Induktionstherapie mit Melphalan, Prednison und Lenalidomid an Patienten mit neu diagnostizierten multiplen Myelomen oder als Behandlung mit Lenalidomid plus Dexamethason als Induktionstherapie nach einer Lenalidomid-Dauerbehandlung an Patienten mit schwelenden multiplen Myelomen durchgeführt wurden. Außerdem wurde eine retrospektive Sicherheitsanalyse von 11 Tests im Auftrag von Celgene präsentiert, mit denen die Wirkung von Lenalidomid plus Dexamethason bei Patienten mit rezidivierenden/refraktionären multiplen Myelomen untersucht wurde.

CALGB 100104:

Aktualisierte Daten einer kontrollierten, multizentrischen Phase-III-Doppelblind-Studie im Auftrag des National Cancer Institute an Patienten mit neu diagnostizierten multiplen Myelomen, die zuvor ein autologes Stammzellentransplantat erhalten haben, gefolgt von einer Erhaltungsbehandlung mit Lenalidomid (n = 231) oder Placebo (n = 229), wurden von Vertretern eines Forschungsnetzwerks unter der Leitung der Cancer and Leukemia Group B (CALGB) vorgestellt. Den aktualisierten Daten der Studie (Stand: April 2011) zufolge ergibt sich für Patienten, die eine Lenalidomid-Dauerbehandlung im Anschluss an eine ASCT erhalten, eine Gesamtüberlebensrate von 90 Prozent (208/231) im Vergleich zu 83 Prozent (190/229) für Patienten, die anfänglich Placebo erhalten (unbereinigt p = 0,018), obwohl fast 80 Prozent (86/110) der Placebo-Patienten zum Zeitpunkt der Studienentblindung in die Gruppe der Lenalidomid-Dauerbehandlung wechselten.

Die häufigsten unerwünschten Ereignisse dritten und vierten Grades, die bei Patienten der Lenalidomid-Gruppe im Vergleich zur Placebo-Gruppe beobachtet wurden, waren Neutropenie (43 Prozent, 89/208 bzw. 9 Prozent, 17/197), Thrombozytopenie (13 Prozent, 26/208 bzw. 4 Prozent, 7/197) und Infektionen (16 Prozent, 33/208 bzw. 5 Prozent, 11/197). Es wurden keine nachteiligen hämatologischen Ereignisse fünften Grades erfasst. Die Häufigkeitsrate der nicht-hämatologischen Ereignisse fünften Grades war in beiden Studienarmen gleich (1 Prozent, 3/208 gegenüber 2 Prozent, 3/197).

Ein Anstieg der Häufigkeit der zweiten primären Malignome (Second Primary Malignancies, SPM) – vor allem hämatologischer Malignome – wurde bei Patienten des Behandlungsarms im Vergleich zum Kontrollarm beobachtet. In einer Analyse des ereignisfreien Überlebens, bei der SPM als Ereignis neben Tod und Krankheitsprogression berücksichtigt wurde, konnte jedoch kein signifikanter Einfluss von SPMs auf den beobachteten TTP- oder OS-Vorteil nachgewiesen werden.

Die Daten der CALGB 100104 wurden im Rahmen einer Forschungsstudie ermittelt. REVLIMID verfügt über keine Marktzulassung für die Behandlung von Patienten mit neu diagnostizierten multiplen Myelomen.

IFM 0502:

In einer zweiten Studie, die von einer Arbeitsgemeinschaft erstellt und von Forschern der Intergroupe Francophone du Myelome (IFM) präsentiert wurde, konnte für Patienten, die Lenalidomid als Erhaltungstherapie (n = 307) im Anschluss an eine autologe Stammzellentransplantation und zwei Zyklen einer Lenalidomid-Konsolidierungstherapie erhielten, eine mittlere progressionsfreie Überlebensdauer von 41 Monaten nachgewiesen werden, während für Patienten des Placebo-Kontrollarms eine Überlebensdauer von 24 Monaten ermittelt wurde (n = 307) (p < 0,0001). Hieraus ergibt sich ein um 50 Prozent verringertes Risiko der Krankheitsprogression.

Die Konsolidierungstherapie bewirkte einen Anstieg des Anteils der sehr guten Teilremissionen (Very Good Partial Response Rate, VGPR) von 58 auf 67 Prozent (p < 0,0001) sowie tendenziell verbesserte Überlebenschancen vier Jahre nach der Randomisierung: Der Anteil der lebenden Patienten in Lenalidomid-Erhaltungstherapie betrug 79 Prozent, während von den Patienten des Placebo-Kontrollarms noch 73 Prozent am Leben waren (p = 0,8).

Die häufigsten nachteiligen Ereignisse dritten und vierten Grades, die bei Patienten der Lenalidomid-Gruppe im Vergleich zur Placebo-Gruppe beobachtet wurden, waren Neutropenie (43 bzw. 14 Prozent), Thrombozytopenie (12 bzw. 6 Prozent) und Infektionen (10 bzw. 5 Prozent). Im Verlauf der Studie entwickelten 29 Patienten zweite primäre Malignome, darunter B-Zell-Malignome bei 6 Patienten (ALL und Morbus Hodgkin). Vier dieser Patienten sind heute vollständig geheilt, und zwei befinden sich weiterhin in Behandlung mit Lenalidomid.

Die Daten der IFM 0502 wurden im Rahmen einer Forschungsstudie erhoben. REVLIMID verfügt über keine Marktzulassung für die Behandlung von Patienten mit neu diagnostizierten multiplen Myelomen im Anschluss an eine autologe Stammzellentransplantation.

MM-015:

In einer von Celgene beauftragten Phase-III-Studie, die Lenalidomid plus Melphalan und Prednison im Anschluss an eine Lenalidomid-Dauertherapie (MPR-R) mit Lenalidomid plus Melphalan und Prednison gefolgt von Placebo (MPR) oder Melphalan und Prednison gefolgt von Placebo (MP) vergleicht, wurde eine Analyse der SPM-Häufigkeitsraten vorgenommen.

Im Behandlungsarm der Studie (MPR-R) wurde im Vergleich zum Kontrollarm (MP) ein verstärktes Auftreten hämatologischer Malignome beobachtet. Eine Analyse der ereignisfreien Überlebensdauer, bei der SPM neben Tod und Krankheitsprogression als Ereignis berücksichtigt wurde, ergab für Patienten in MPR-R-Behandlung ein 48-prozentiges Risiko von SPM, Tod oder Krankheitsprogression. Bei Patienten, die MP erhalten, wurde hingegen ein Risiko von 83 Prozent ermittelt. Darüber hinaus wurde kein signifikanter Einfluss von SPM auf die Größenordnung des beobachteten PFS-Vorteils im Behandlungsarm festgestellt.

In der Sicherheitspopulation (Patienten, die mindestens eine Behandlungsdosis erhielten) waren die häufigsten hämatologischen unerwünschten Ereignisse der MPR-R- und MP-Gruppen Neutropenie (36 bzw. 8 Prozent), Thrombozytopenie (13 bzw. 4 Prozent) und Anämie (5 bzw. 1 Prozent). Tiefe Venenthrombose (3 bzw. <1 Prozent) und Müdigkeit (6 bzw. 3 Prozent) wurden ebenfalls beobachtet. Eine periphere Neuropathie dritten oder vierten Grades wurde bei keinem Patienten des MPR-R-Arms und bei 1 Prozent der Patienten des MP-Arms festgestellt.

Die Daten der MM-015 wurden im Rahmen einer Forschungsstudie ermittelt. REVLIMID verfügt über keine Marktzulassung für die Behandlung von Patienten mit neu diagnostiziertem multiplem Myelom.

Schwelendes multiples Myelom:

Auf der Konferenz wurden ferner die Ergebnisse einer randomisierten, multizentrischen Phase-III-Studie an Patienten mit schwelenden multiplen Myelomen in Behandlung mit Lenalidomid plus Dexamethason als Induktionstherapie gefolgt von einer Lenalidomid-Dauertherapie im Vergleich zur Nichtbehandlung vorgestellt.

Nach neun Zyklen der Induktionstherapie mit Lenalidomid und Dexamethason betrug die Gesamtansprechrate (Overall Response Rate) 81 Prozent auf der Basis des Behandlungsvorsatzes (n = 57), darunter 8 Prozent Komplettremissionen (Complete Response, CR), 8 Prozent stringente Komplettremissionen (stringent Complete Response, sCR) und 12 Prozent sehr gute Teilremissionen (Very Good Partial Response, VGPR). Bei Patienten, die eine mittlere Anzahl von 6 Zyklen der Lenalidomid-Dauerbehandlung (1 - 21, n = 50) erhielten, wurde ein Anstieg der sCR-Rate auf 12 Prozent festgestellt. Die Zeit von der Aufnahme bis zur Krankheitsprogression (Time to Progression, TTP) betrug im Nichtbehandlungsarm 25 Monate. Im Behandlungsarm wurde die mittlere TTP nicht erreicht (p = 0,0001) (HR: 6,2; 95 Prozent Cl = 2-15). Nach einem mittleren Beobachtungszeitraum von 22 Monaten wurde bei 6 Patienten in Lenalidomid-Dauerbehandlung die Progression zu einer aktiven Erkrankung beobachtet, und 12 Patienten entwickelten eine biologische Progression. Die Krankheit konnte jedoch durch die ergänzende Verabreichung von Dexamethason kontrolliert werden. Im Nichtbehandlungsarm erlitten 28 von 61 Patienten eine Progression zu aktiven multiplen Myelomen.

Nach einem mittleren Beobachtungszeitraum von 29 Monaten betrug die Gesamtüberlebensrate der Patienten des Behandlungsarms 98 Prozent gegenüber 87 Prozent im Nichtbehandlungsarm (p = 0,03).

Bei einem Patienten des Behandlungsarms wurde 16 Monate nach Aufnahme Prostatakrebs festgestellt, in diesem Fall war jedoch bereits vor der Aufnahme eine Vorgeschichte erhöhter PSA-Werte bekannt. Ein zweiter Patient, bei dem 17 Monate nach Aufnahme Polyzythämie diagnostiziert wurde, wurde bei der Randomisierung als Jak 2+ identifiziert.

Diese Daten wurden im Rahmen einer Forschungsstudie erhoben. REVLIMID verfügt über keine Marktzulassung für die Behandlung von Patienten mit neu diagnostizierten schwelenden multiplen Myelomen.

Gepoolte Analyse der Studien zu rezidivierenden/refraktären multiplen Myelomen:

In einer separaten Präsentation wurden die Daten aus den Lenalidomid-Armen von 11 Celgene-Studien an Patienten mit rezidivierenden/refraktären multiplen Myelomen auf die Häufigkeit von SPMs untersucht.

Die Häufigkeitsrate bei den 3.846 erfassten Patienten betrug 2,08 pro 100 Patientenjahre. Laut dieser Untersuchung ist die Häufigkeitsrate damit ähnlich hoch wie die Häufigkeitsrate von Krebserkrankungen innerhalb der Hintergrundpopulation (2,1 pro 100 Patientenjahre bei Patienten über 65 Jahre) (Quelle: U.S. SEER Cancer Registry). Darüber hinaus war die Häufigkeitsrate bei Patienten, die mehr als 24 Monate lang behandelt wurden (n = 313), 2,35 pro 100 Patientenjahre, etwa gleich hoch wie die der Hintergrundpopulation. Keiner der Patienten entwickelte B-Zell-Malignome.

Über REVLIMID®

REVLIMID ist ein IMiDs®-Wirkstoff. REVLIMID und andere immunomodulatorische Substanzen (IMiDs) werden in über 100 andauernden klinischen Studien untersucht. Die IMiDs-Pipeline ist durch ein umfassendes urheberrechtliches Portfolio von erteilten und angemeldeten Patenten in den USA, der EU und anderen Regionen geschützt, einschließlich Zusammensetzungs- und Nutzungspatente.

REVLIMID ist in Kombination mit Dexamethason in fast 70 Ländern in Europa, Nord-, Mittel- und Südamerika, Nahost und Asien zur Behandlung von Patienten mit multiplem Myelom zugelassen, die sich mindestens einer Vorbehandlung unterzogen haben. In Australien und Neuseeland ist es in Verbindung mit Dexamethason zur Behandlung von Patienten zugelassen, bei denen die Krankheit nach einer Vorbehandlung fortgeschritten ist.

In Nord-, Mittel- und Südamerika, Nahost und Asien ist REVLIMID auch zur Behandlung von Patienten mit transfusionsabhängiger Anämie aufgrund eines myelodysplastischen Syndroms (MDS) der Risikoklasse niedrig oder intermediär-1 zugelassen, das mit einer zytogenetischen 5q-Deletionsanomalie mit oder ohne zusätzliche zytogenetische Anomalien einhergeht. In einer Reihe weiterer Länder werden Anträge auf Marktzulassung derzeit geprüft.

Wichtige Sicherheitsinformationen

REVLIMID® (Lenalidomid) ist in Kombination mit Dexamethason für die Behandlung von Patienten mit multiplem Myelom indiziert, die sich mindestens einer Vorbehandlung unterzogen haben.

REVLIMID® (Lenalidomid) ist angezeigt für Patienten mit transfusionsabhängiger Anämie aufgrund von myelodysplastischen Syndromen (MDS) der niedrigen oder Intermediate-1-Risikoklasse in Verbindung mit einer zytogenetischen 5q-Deletions-Abnormalität mit oder ohne weitere zytogenetische Abnormalitäten.

Wichtige Sicherheitsinformationen

WARNUNG: GEFÄHRDUNG UNGEBORENER, HÄMATOLOGISCHE TOXIZITÄT und TIEFE VENENTHROMBOSE UND LUNGENEMBOLIE

REVLIMID darf nicht während einer Schwangerschaft verabreicht werden. Lenalidomid, ein Thalidomid-Analogon, hat in einer Entwicklungsstudie an Affen zu Gliedmaßenfehlbildungen geführt. Thalidomid ist ein bekanntes menschliches Teratogen, das schwere lebensbedrohliche Geburtsschäden hervorruft. Die Einnahme von Lenalidomid während der Schwangerschaft kann zu Geburtsschäden führen oder den Tod des sich entwickelnden Babys verursachen. Für Frauen im gebärfähigen Alter müssen zwei negative Schwangerschaftstests vor Beginn der Behandlung mit REVLIMID vorliegen. Während der REVLIMID-Behandlung und bis vier Wochen nach dem Absetzen von REVLIMID müssen Frauen im gebärfähigen Alter dauerhaft auf heterosexuellen Geschlechtsverkehr verzichten oder zwei Formen der Empfängnisverhütung gleichzeitig anwenden. Um eine Lenalidomid-Exposition des Fötus zu vermeiden, ist REVLIMID in den USA nur eingeschränkt im Rahmen des Programms RevAssist® erhältlich.

Informationen über das RevAssist-Programm sind verfügbar im Internet unter www.REVLIMID.com oder telefonisch unter der gebührenfreien Rufnummer des Herstellers 1-888-423-5436.

HÄMATOLOGISCHE TOXIZITÄT (NEUTROPENIE UND THROMBOZYTOPENIE)

REVLIMID kann signifikante Neutropenie und Thrombozytopenie verursachen. Bei 80 Prozent der MDS-Patienten mit 5q-Deletion musste in der Hauptstudie eine Verzögerung/Verringerung der Dosis vorgenommen werden. Bei 34 Prozent der Patienten musste die Dosis ein zweites Mal verzögert bzw. verringert werden. Bei 80 Prozent der Studienprobanden wurde eine hämatologische Toxizität 3. oder 4. Grades beobachtet. Bei Patienten unter Therapie für 5q-Del-MDS ist das Blutbild in den ersten 8 Therapiewochen wöchentlich, danach mindestens monatlich zu überwachen. Bei diesen Patienten kann eine Unterbrechung und/oder Verringerung der Dosis notwendig sein. Die Patienten benötigen unter Umständen zusätzliche Blutprodukte und/oder Wachstumsfaktoren. (Siehe „DOSIERUNG und VERABREICHUNG“).

TIEFE VENENTHROMBOSE UND LUNGENEMBOLIE

Dieses Arzneimittel zeigte ein deutlich erhöhtes Risiko von tiefer Venenthrombose (TVT) und Lungenembolie (LE) bei Patienten mit multiplem Myelom, die REVLIMID in Verbindung mit Dexamethason erhielten. Patienten und Ärzten wird deshalb angeraten, auf die Anzeichen und Symptome von Thromboembolien zu achten. Patienten sind anzuweisen, sich beim Auftreten von Symptomen wie Atemlosigkeit, Schmerzen in der Brust oder Anschwellen von Armen oder Beinen in ärztliche Behandlung zu begeben. Es ist nicht bekannt, ob eine zusammen mit REVLIMID verordnete prophylaktische koagulations- oder plättchenhemmende Therapie das Risiko venenthromboembolischer Ereignisse verringern kann. Die Entscheidung für prophylaktische Maßnahmen ist nach eingehender Prüfung der zugrunde liegenden Risikofaktoren der einzelnen Patienten zu treffen.

KONTRAINDIKATIONEN:

Schwangerschaftskategorie X:

  • Lenalidomid ist kontraindiziert bei schwangeren Frauen und allgemein bei gebärfähigen Frauen. Unter Anwendung geeigneter Maßnahmen zur Empfängnisverhütung ist eine Lenalidomid-Behandlung von Frauen im gebärfähigen Alter möglich.

Allergische Reaktionen:

  • REVLIMID ist kontraindiziert bei Patienten, bei denen eine Überempfindlichkeit (z. B. Angioödem, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse) gegenüber Lenalidomid besteht.

WARNUNGEN UND VORSICHTSMASSNAHMEN:

Fetales Risiko:

  • REVLIMID ist ein Analogon von Thalidomid, einem bekannten menschlichen Teratogen, das lebensbedrohliche Geburtsschäden verursacht. Eine embryofetalen Entwicklungsstudie an nicht-menschlichen Primaten weist darauf hin, das Lenalidomid Missbildungen beim Nachwuchs weiblicher Affen hervorruft, die das Medikament während der Schwangerschaft erhalten. Die Missbildung ähneln den Geburtsschäden beim Menschen, die nach der Einnahme von Contergan während der Schwangerschaft beobachtet wurden. Die Einnahme von REVLIMID während der Schwangerschaft kann zu Geburtsschäden führen oder den Tod des sich entwickelnden Babys verursachen.
  • Frauen im gebärfähigen Alter müssen angewiesen werden, während der Einnahme von REVLIMID eine Schwangerschaft zu unterbinden. Zu diesem Zweck sollten zwei wirksame Empfängnisverhütungsmethoden während der Behandlung angewandt und mindestens bis vier Wochen nach Abschluss der Behandlung beibehalten werden.
  • Männliche Patienten: Es ist nicht bekannt, ob Lenalidomid während einer Behandlung im Samen des Patienten nachgewiesen werden kann. Aus diesem Grund müssen männliche Patienten während der Behandlung bei jedem sexuellen Kontakt mit einer gebärfähigen Frau Latexkondome benutzen, dies gilt auch für Männer, die sich einer erfolgreichen Vasektomie unterzogen haben.

Reproduktive Risiken und besondere Verschreibungsanforderungen (RevAssist Programm):

  • Aufgrund der potenziellen Toxizität und zur Vermeidung einer fetalen Exposition wird REVLIMID nur im Rahmen des speziellen eingeschränkten Vertriebsprogramm „RevAssist“ in den USA angeboten. Ärzte und Apotheker, die sich für das Programm angemeldet haben, können das Produkt für registrierte Patienten verschreiben und absetzen, die alle Bedingungen des RevAssist-Programms erfüllen.

Hämatologische Toxizität – multiples Myelom:

  • REVLIMID kann schwere Neutropenie und Thrombozytopenie verursachen.
  • Bei Patienten, die REVLIMID zur Behandlung von multiplen Myelomen (MM) erhalten, ist während der ersten 12 Wochen alle zwei Wochen ein komplettes Blutbild und anschließend einmal monatlich zu erstellen.
  • In gepoolten MM-Studien wurden hämatologische Toxizitäten dritten und vierten Grades häufiger bei Patienten beobachtet, die mit der Kombination aus REVLIMID und Dexamethason behandelt wurden, als bei ausschließlich mit Dexamethason behandelten Patienten.
  • Eine Behandlungsunterbrechung oder Dosisreduzierung kann notwendig sein.

Tiefe Venenthrombose:

  • Venöse thromboembolische Ereignisse (überwiegend tiefe Venenthrombose und Lungenembolie) wurden bei Patienten mit multiplen Myelomen beobachtet, die mit einer Lenalidomid-Kombinationstherapie behandelt wurden, und Patienten mit MDS, die mit einer Lenalidomid-Monotherapie behandelt wurden.

Allergische Reaktionen:

  • Angioödeme und ernste dermatologische Reaktionen einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und einer toxischen epidermalen Nekrolyse (TEN) wurden berichtet. Diese Ereignisse können tödlich verlaufen. Patienten, bei denen zuvor Hautausschläge vierten Grades aufgrund einer Thalidomid-Behandlung beobachtet wurden, dürfen REVLIMID nicht erhalten. Eine Unterbrechung oder der Abbruch der REVLIMID-Behandlung sollte beim Auftreten von Hausausschlägen zweiten oder dritten Grades erwogen werden. Bei Angioödemen, Hautausschlag vierten Grades, exfoliativen oder bullösen Hautausschlägen oder beim Verdacht auf SJS oder TEN muss die Behandlung mit REVLIMID abgebrochen werden und darf nicht erneut aufgenommen werden.

Tumorlyse-Syndrom:

  • Während der Behandlung mit Lenalidomid wurden Tumorlyse-Syndrome mit tödlichem Verlauf berichtet. Patienten mit erhöhtem Risiko eines Tumorlyse-Syndroms weisen eine hohe Tumormasse vor Behandlungsbeginn auf. Bei diesen Patienten sind eine engmaschige Überwachung und geeignete Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.

Tumor-Flare-Reaktion:

  • Tumor-Flare-Reaktionen wurden während der Lenalidomid-Verabreichung zu Forschungszwecken bei der Behandlung der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) und von Lymphomen beobachtet und sind gekennzeichnet durch anschwellende Lymphknoten, leichtes Fieber, Schmerzen und Ausschlag. Von der Behandlung der CLL oder von Lymphomen außerhalb einer engmaschig überwachten klinischen Studie wird abgeraten.

WECHSELWIRKUNGEN MIT ANDEREN WIRKSTOFFEN:

  • Erythropoese stimulierende Substanzen oder andere Medikamente wie Östrogen-haltige Therapeutika, die das Thrombose-Risiko erhöhen können, sollten mit besonderer Vorsicht an MM-Patienten verabreicht werden, die mit Lenalidomid und Dexamethason behandelt werden.

BEHANDLUNG SPEZIELLER PATIENTENGRUPPEN:

Stillende Mütter:

  • Es ist nicht bekannt, ob REVLIMID durch die Muttermilch ausgeschieden wird.
  • Aufgrund der möglichen schädigenden Wirkung für den Säugling sollte eine Entscheidung zwischen dem Abbruch des Stillens oder der Behandlungsunterbrechung getroffen werden, wobei die Notwendigkeit der Behandlung für die Mutter zu berücksichtigen ist.

Geriatrische Patienten:

  • Da bei älteren Patienten die Wahrscheinlichkeit einer verminderten Nierenfunktion erhöht ist, muss dies bei der Festlegung der Dosierung berücksichtigt werden. Nierenfunktion kontrollieren.

Nierenfunktionsstörungen:

  • Da REVLIMID vor allem über die Nieren unverändert ausgeschieden wird, sollte die REVLIMID-Anfangsdosierung bei Patienten mit moderater oder schwerer Nierenfunktionsstörung (CLcr < 60 ml/min) und bei Dialyse-Patienten angepasst werden.

NEBENWIRKUNGEN:

Multiple Myelome

  • In der REVLIMID/Dexamethason-Patientengruppe wurde die Behandlung von 269 Patienten (76 Prozent) mindestens einmal mit oder ohne Dosisreduzierung unterbrochen. In der Placebo/Dexamethason-Patientengruppe wurde die Behandlung hingegen bei 199 Patienten (57 Prozent) unterbrochen.
  • Von den Patienten, bei denen die Behandlung mit oder ohne Dosisreduzierung einmal unterbrochen wurde, wurde bei 50 Prozent der REVLIMID/Dexamethason-Gruppe mindestens eine weitere Behandlungsunterbrechung mit oder ohne Dosisreduzierung vorgenommen, während dies in der Placebo/Dexamethason-Gruppe nur bei 21 Prozent der Patienten erforderlich war.
  • Die meisten unerwünschten Nebenwirkungen und Nebenwirkungen dritten und vierten Grades traten bei MM-Patienten, die eine REVLIMID/Dexamethason-Kombinationstherapie erhielten, häufiger als bei Patienten der Placebo/Dexamethason-Gruppe auf.
  • Die berichteten Nebenwirkungen bei ≥ 15 Prozent der MM-Patienten (REVLIMID/Dexamethason gegenüber Dexamethason/Placebo) waren: Müdigkeit (44 bzw. 42 Prozent), Neutropenie (42 bzw. 6 Prozent), Obstipation (41 bzw. 21 Prozent), Durchfall (39 bzw. 27 Prozent), Muskelkrämpfe (33 bzw. 21 Prozent), Anämie (31 bzw. 24 Prozent), Fieber (28 bzw. 23 Prozent), periphere Ödeme (26 bzw. 21 Prozent), Übelkeit (26 bzw. 21 Prozent), Rückenschmerzen (26 bzw. 19 Prozent), Infektionen der oberen Atemwege (25 bzw. 16 Prozent), Atemnot (24 bzw. 17 Prozent), Schwindel (23 bzw. 17 Prozent), Thrombozytopenie (22 bzw. 11 Prozent), Hautausschlag (21 bzw. 9 Prozent), Tremor (21 bzw. 7 Prozent), Gewichtsverlust (20 bzw. 15 Prozent), Rhinopharyngitis (18 bzw. 9 Prozent), Seheintrübung (17 bzw. 11 Prozent), Anorexie (16 bzw. 10 Prozent) und Dysgeusie (15 bzw. 10 Prozent).

Myelodysplastische Syndrome

  • Thrombozytopenie (61,5 Prozent, 91 von 148 Patienten) und Neutropenie (58,8 Prozent, 87 von 148) waren die am häufigsten berichteten unerwünschten Ereignisse bei Del-5q-MDS-Patienten.
  • Andere Nebenwirkungen, die bei mehr als 15 Prozent der Del-5q-MDS-Patienten (REVLIMID) festgestellt wurden, waren: Diarrhöe (49 Prozent), Juckreiz (42 Prozent), Hautausschlag (36 Prozent), Müdigkeit (31 Prozent), Obstipation (24 Prozent), Übelkeit (24 Prozent), Rhinopharyngitis (23 Prozent), Gelenkschmerzen (22 Prozent), Fieber (21 Prozent), Rückenschmerzen (21 Prozent), periphere Ödeme (20 Prozent), Husten (20 Prozent), Schwindel (20 Prozent), Kopfschmerzen (20 Prozent), Muskelkrämpfe (18 Prozent), Atemnot (17 Prozent), Pharyngitis (16 Prozent), Nasenbluten (15 Prozent), Asthenie (15 Prozent) und Infektionen der oberen Atemwege (15 Prozent).

DOSIERUNG UND ANWENDUNG:

  • Die Behandlung wird je nach klinischen Befunden und Laborergebnissen fortgesetzt oder angepasst. Als Gegenmaßnahme bei Neutropenie, Thrombozytopenie oder einer anderen Art von Toxizität dritten oder vierten Grades infolge der REVLIMID-Behandlung wird eine Änderung der Dosierung empfohlen.
  • Bei sonstigen Toxizitäten dritten oder vierten Grades in Zusammenhang mit REVLIMID sollte die Behandlung unterbrochen und mit der nächst niedrigeren Dosierung wiederaufgenommen werden, sobald die Toxizität unter Grad 2 fällt.

WARNHINWEISE, GEGENANZEIGEN, VORSICHTSMASSNAHMEN UND NEBENWIRKUNGEN entnehmen Sie bitte den vollständigen Verschreibungsinformationen.

Über das Celgene-Risikomanagement

Celgene ist nach wie vor ein Pionier in der Schaffung von Umgebungen, in denen Patienten unsere krankheitsverändernden Therapien unter sicheren Bedingungen Weise anwenden können. Wir setzen uns intensiv für eine bestmögliche Sicherheit während des gesamten Lebenszyklus eines Wirkstoffs ein, von der Entwicklung bis hin zur Anwendungsbeobachtung nach der Markteinführung. Patienten profitieren weltweit von unseren Risikomanagement-Programmen wie S.T.E.P.S.®, RevAssist®, RevMate® und PRMP, die das globale Fundament unseres Engagements für Patientensicherheit bilden.

Über Celgene International Sàrl

Celgene International Sàrl mit Sitz in Boudry, Schweizer Kanton Neuchâtel, ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft und die internationale Hauptgeschäftsstelle der Celgene Corporation. Die Celgene Corporation mit Hauptsitz in Summit, New Jersey, ist ein integriertes, global präsentes Pharmaunternehmen mit Schwerpunkt in der Erforschung, Entwicklung und Vermarktung innovativer Therapien zur Behandlung von Krebs und Entzündungskrankheiten durch Gen- und Proteinregulierung. Weitere Informationen sind im Internet auf der Website des Unternehmens www.celgene.com erhältlich.

Diese Mitteilung enthält bestimmte zukunftsbezogene Aussagen, die bekannte und unbekannte Risiken, Verzögerungen, Ungewissheiten und andere Faktoren beinhalten, über die das Unternehmen keine Kontrolle hat. Die tatsächlichen Ergebnisse, Leistungen oder Errungenschaften des Unternehmens könnten sich maßgeblich von den Darstellungen dieser zukunftsbezogenen Aussagen unterscheiden. Wichtige Faktoren, aufgrund derer tatsächliche Ergebnisse, Leistungen oder Errungenschaften maßgeblich von den zukunftsbezogenen Aussagen abweichen könnten, sind in den Pflichtmitteilungen des Unternehmens an die US-Börsenaufsicht SEC enthalten, z. B. den vom Unternehmen eingereichten Formularen 10-K, 10-Q und 8-K. Angesichts dieser Risiken und Ungewissheiten wird der Leser gewarnt, sich nicht übermäßig auf die zukunftsbezogenen Aussagen zu verlassen.

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