Neue D3-Studie offenbart neuartigen Ansatz für die Behandlung von Adipositas
(04.07.2011, Pharma-Zeitung.de) GENUA, Italien - Copyright by Business Wire - D3
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Eine neue Studie konnte eine überraschende biologische Antwortreaktion im Zuge der Fettaufnahme nachweisen. Diese neuen Erkenntnisse könnten sich im Falle von Adipositas als äußerst nützlich erweisen.
Die heute von der National Academy of Sciences veröffentlichte Studie zeigt erstmalig, dass die Endocannabinoid-Signalgebung im Darm bei der Regulierung der Fettaufnahme eine wichtige Rolle spielt. Zuvor wurde angenommen, dass die Signalgebung auf Rezeptoren im Gehirn beschränkt sei.
Die vorklinische Studie der Abteilung Drug Discovery and Development (D3) des Italienischen Instituts für Technologie und der University of California in Irvine konnte zeigen, dass fetthaltige Speisen im oberen Darm zur Produktion von Endocannabinoiden führen, die einer Familie biologisch aktiver Lipide angehören. Die Studie konnte auch nachweisen, dass Zucker und Proteine diesen Effekt nicht auslösen können.
Dr. Daniele Piomelli, Scientific Director bei D3 und Leiter der Forschungsabteilung, erläuterte: „Wir wissen, dass fetthaltige Speisen gut schmecken können. Aber wir wussten bislang noch zu wenig über die molekularen Zusammenhänge und die mit den Antwortreaktionen verbundenen Signale.“
„Wir wissen nun, dass fetthaltige Speisen ein Signal in der Zunge auslösen, das im Dünndarm im Rahmen einer wirkungsvollen positiven Feedback-Schleife zur Produktion von natürlichen Marihuana-ähnlichen Chemikalien führt und auf diese Weise die Fettaufnahme verstärkt.”
Die uneingeschränkte Verfügbarkeit fetthaltiger Speisen in den industrialisierten Ländern gilt als ein wichtiger Faktor für die Entstehung von Adipositas, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.1
Die Entwicklung neuer Behandlungsformen bei Adipositas gehört zu den wichtigen Aufgabenfeldern der pharmazeutischen Forschung. Die Blockade von Cannabinoid-Typ-1-Rezeptoren mithilfe eines Antagonisten ist zunächst erfolgversprechend, kann jedoch schwere psychische Nebenwirkungen auslösen, wenn der Wirkstoff das Gehirn erreicht. Diese neueste Veröffentlichung legt nahe, dass es möglich sein könnte, das Verlangen nach fetthaltigen Speisen zu unterdrücken, und zwar durch die Blockade der Auswirkungen der Endocannabinoide im Darm, indem ein Antagonist eingesetzt wird, der das Gehirn nicht erreicht.
Über die Abteilung Drug Discovery and Development (D3)
D3 ist eine spezialisierte Abteilung des Italienischen Instituts für Technologie, die sich der Entwicklung neuer Wirkstoffe und Behandlungsmethoden für die Leiden des 21. Jahrhunderts, wie beispielsweise Schmerzen, Entzündungen und Demenzerkrankungen widmet.
D3 verbindet die Kreativität modernster wissenschaftlicher Forschungseinrichtungen mit dem Engagement eines Startup-Unternehmens, um die Forschung auf wichtigen Gebieten mit einem medizinischen Bedarf zu beschleunigen.
D3 kooperiert mit privaten Partnern, wie Pharmaunternehmen, Risikokapitalgebern und Investoren, bei spezifischen Projekten von gemeinsamem Interesse hinsichtlich der Entdeckung neuer Wege.
Weitere Informationen finden Sie unter www.iit.it/d3.
Über das Italienische Institut für Technologie
Das Italienische Institut für Technologie (IIT) ist eine Stiftung, die von dem italienischen Ministerium für Bildung, Universität und Forschung und dem Ministerium für Wirtschaft und Finanzen gemeinsam ins Leben gerufen wurde, um die Grundlagen- und angewandte Forschung zu unterstützen und einen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung Italiens zu leisten.
Zu den wichtigsten Ziele des IIT gehören die Erstellung, Sammlung und Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie die Stärkung der technologischen Wettbewerbsfähigkeit Italiens. Das IIT wird sowohl mit wissenschaftlichen Instituten als auch mit privaten Organisationen zusammenarbeiten, um diese beiden Ziele zu verwirklichen. Mithilfe dieser Partnerschaften soll der wissenschaftliche Fortschritt, die technologische Entwicklung und die Ausbildung im Bereich der Hochtechnologie gefördert werden.
Weitere Informationen finden Sie unter www.iit.it/en.
Über die University of California (UCI), Irvine
Die University of California wurde im Jahr 1965 gegründet und zählt zu den renommiertesten Universitäten. Sie widmet sich der akademischen Forschung, Wissenschaft und gemeinnützigen Zwecken.
Seit 2005 unter der Leitung von Rektor Michael Drake gehört die UCI mit ihren nahezu 28.000 Studierenden und Graduierten, 1.100 Mitgliedern des Lehrkörpers und 9.000 Mitarbeitern zu den dynamischsten Zweigen des kalifornischen Universitätssystems und ist größter Arbeitgeber von Orange County. Der jährliche wirtschaftliche Beitrag der UCI für die Region beträgt 3,9 Mrd. US-Dollar.
Weitere UCI-Nachrichten finden Sie unter www.today.uci.edu.
Quellenangaben
1. Cordain L, et al. Origins and evolution of the western diet: health implications for the 21st century. Am J Clin Nutr 81 (2): 341-354
ENDS
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