Erste Patientin in Asien erhält nach Implantation des Mikrochips der Retina Implant AG ein nützliches Sehvermögen zurück
(03.05.2012, Pharma-Zeitung.de) REUTLINGEN und HONGKONG - Copyright by Business Wire - Retina Implant AG
Erste von drei Patienten, die das Implantat in der Augenklinik der Universität Hongkong erhalten sollen
Die Retina Implant AG („Retina Implant“), ein führender Entwickler subretinaler Implantate für sehbehinderte Menschen, gab heute bekannt, dass die erste Patientin in China, der am 13. Februar 2012 im University of Hong Kong Eye Institute das Mikrochip des Unternehmens implantiert wurde, seitdem ein nützliches Sehvermögen zurückerlangt hat.
Das University of Hong Kong Eye Institute arbeitet partnerschaftlich mit Retina Implant zusammen und ist der führende Standort für eine klinische Studie in Asien, mit der das Mikrochip in drei Patienten geprüft werden soll, die aufgrund der degenerativen Erkrankung Retinitis pigmentosa (RP) als blind eingestuft wurden. Damit erweitert sich die von Retina Implant durchgeführte multizentrische Studie, an der führende Standorte in Deutschland, Großbritannien, Ungarn, Italien und den USA beteiligt sind. Der Leiter des Studienorts in Hongkong ist Professor David Wong, Inhaber des Lehrstuhls für Ophthalmologie und Leiter des Eye Institute der Universität Hongkong. Professor Wong ist ein erfahrener klinischer Forscher und hat bereits mehrere randomisierte Studien in den verwandten Gebieten der Netzhautablösung und altersbedingten makularen Degeneration geleitet.
„Ich war schon immer der Meinung, dass das subretinale Chipimplantat die beste Erfolgschance in unserem Bemühen um ein künstliches Sehvermögen bietet“, sagte David Wong. „Nach monatelanger gründlicher Vorbereitung sind wir begeistert, die erste Implantation bei einer chinesischen Patientin durchzuführen, denn das ist die erste derartige Prozedur außerhalb Deutschlands. Das gesamte Team ist begeistert, wie glatt der Eingriff verlaufen ist, und wir freuen uns besonders über die erstaunlichen frühen Ergebnisse, die beweisen, dass Patienten, die an dieser bisher unheilbaren Erkrankung leiden, zumindest ein gewisses Sehvermögen zurückerlangen können.“
Die Patientin, Tsang Wu Suet Yun, ist seit 15 Jahren als erblindet eingestuft, und in den letzten Jahren hatte sich ihr Zustand rapide verschlechtert. Vor dem Eingriff konnte sie fast gar kein Licht erkennen. Trotzdem hatte sie sich mit ihrem Zustand abgefunden und ein sehr aktives und produktives Leben geführt. Sie ist als Masseuse tätig und bereitet täglich die Mahlzeiten für die Familie zu - in fast kompletter Dunkelheit. Nach dem Eingriff, in dem sie das Retina-Implant-Mikrochip erhielt, kann sie nun hell und dunkel unterscheiden. Im Labor war sie sogar in der Lage, auf eine Leinwand projizierte Schriftzeichen zu erkennen.
„Frau Tsang war so lange blind, dass sie nun das Sehen neu erlernen muss, ebenso wie ein Kleinkind laufen lernen muss“, so Prof. Wong. Die Patientin muss die Hand-Augen-Koordinierung üben und die Augenbewegungen kontrollieren lernen, um ihren Blick auf bestimmte Zielobjekte fixieren zu können.
Bei dem subretinalen Ansatz von Retina Implant wird ein 1500-Elektroden-Mikrochip knapp unter der Netzhaut implantiert, und zwar speziell in der Makulaumgebung. Die Ergebnisse der ersten klinischen Humanstudie von Retina Implant wurden in der angesehenen, von Kollegen überprüften Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society B veröffentlicht. Daraus ergab sich, dass mit der Implantation des Chips unterhalb der Netzhaut in der Makulaumgebung die besten Sehergebnisse erzielt wurden, so dass die Patienten Gegenstände erkennen, Buchstaben lesen und Wörter bilden konnten.
Nach der Implantation wird das Mikrochip eingeschaltet - und damit beginnt eigentliche Wiederherstellung des Sehvermögens. Da die Patienten neue innere Verfahren zur Interpretierung des Gesehenen entwickeln müssen, dauert es typischerweise mehrere Wochen, bis die neue Sehfähigkeit voll verwirklicht ist.
„Ich hatte mein Augenlicht 15 Jahre lang durch Retinitis pigmentosa verloren. Auch wenn ich daran gewöhnt bin, im Dunkeln zu leben, hoffe ich dennoch, dass ich eines Tages wieder sehen kann“, sagte Tsang Wu Suet Yun. „Ich hatte das große Glück, als erste chinesische Patientin für diesen Eingriff ausgewählt zu werden, und ich bin sehr dankbar für die bisher erzielten Ergebnisse. Nach einigen Wochen Übung kann ich bereits Licht sehen und den Umriss von Gegenständen erkennen. Und ich kann meine Umgebung besser interpretieren. Es ist wirklich ermutigend für meine Familie und natürlich auch für mich!“
„Das Eye Institute der Universität Hongkong ist ein Knotenpunkt der Innovation im Bereich der augenmedizinischen Forschung. Damit ist es der ideale Partner für uns, wenn wir unsere Forschung allgemein nach Asien ausdehnen“, so Dr. Walter-G Wrobel, CEO, Retina Implant AG. „Wir gratulieren Professor Wong und seinem Team zu einem ausgezeichneten Beginn des Weges, mit dem wir Hunderttausenden von Patienten, die in China und der ganzen Welt an Retinitis pigmentosa leiden, eine neue Lösung bringen wollen“, fügte Reinhard Rubow, Executive Vice President und CFO der Retina Implant AG, hinzu.
Über die Retina Implant AG
Die Retina Implant AG ist der führende Entwickler subretinaler Implantate für sehbehinderte und blinde Patienten. Nach ausgedehnten Forschungsarbeiten in Zusammenarbeit mit deutschen Universitätskliniken und Instituten, die ursprünglich durch die Bereitstellung umfangreicher Fördermittel durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung 1996 ermöglicht wurden, gründeten Dr. Eberhart Zrenner und seine Kollegen im Jahr 2003 zusammen mit Privatinvestoren die Retina Implant AG mit dem Ziel, das erste voll funktionsfähige, elektronische retinale Implantat zur Wiederherstellung eines brauchbaren Sehvermögens für Blinde zu entwickeln. Seit 2005 nimmt das Unternehmen Implantationen bei menschlichen Patienten vor. 2010 wurde mit der Durchführung einer zweiten, multizentrischen, weltweiten klinischen Studie begonnen. Weitere Informationen erhalten Sie unter http://www.retinaimplant.de/.
Über die Universität Hongkong
Die University of Hong Kong (HKU) wurde 1911 unter Einbeziehung des Hong Kong College of Medicine (seit 1887) gegründet und ist die vorrangige Hochschule in Hongkong. Die Universität wurde eingerichtet, um das höchste Bildungsniveau für Hongkong und China bereitzustellen, und blickt auf eine beachtliche Erfolgsgeschichte akademischer Spitzenleistungen zurück. Die HKU ist eine forschungsorientierte Universität mit einem umfassenden Studienangebot und eine erstklassige Bildungsstätte, die sich mit Forschung und Lehre befasst. Damit ist die Hochschule ein Brennpunkt intellektueller und akademischer Tätigkeit in Asien und ein Forum für akademischen Austausch mit dem Rest der Welt.
Über die Li Ka Shing medizinische Fakultät der Universität Hongkong
Die Li Ka Shing medizinische Fakultät der University of Hong Kong (HKU) besteht seit 125 Jahren und ist damit die älteste Hochschulfakultät in Hongkong. Die Fakultät konzentriert sich auf innovative Forschung mit hohen wissenschaftlichen und translationalen Werten und trägt dadurch dazu bei, dass Hongkong sich zu einem biomedizinischen Forschungszentrum der Region entwickelt. Die von Fakultätsmitgliedern erzielten Forschungsergebnisse werden in angesehenen internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht. Nach Angaben der 2011 ISI Essential Science Indicators gehören 48 der Fakultätsmitglieder zu den Top-1-Prozent der Wissenschaftler ihres Fachs.
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