Neuer Krisenherd im Nahen Osten: Ein weiteres Sicherheitsrisiko für unsere Arzneimittelversorgung?!

(03.03.2026, Pharma-Zeitung.de) Die militärische Eskalation im Nahen Osten kann zu einer weiteren Gefahr für die Arzneimittelversorgung Europas werden. Davor warnt der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) und legt mit einem Zehn-Punkte-Plan seiner neuen Sicherheitsstrategie dar, wie die Arzneimittelversorgung resilienter werden kann. „Wir sind in der Arzneimittelversorgung abhängig von Asien, insbesondere von China. Die Sicherheit der Seewege ist deshalb einer der neuralgischen Punkte, um diese Versorgung zu gewährleisten“, erklärt BPI-Hauptgeschäftsführer Dr. Kai Joachimsen. „Jede politische Krise entlang der Handelsroute zwischen Asien und Europa ist ein Risikofaktor. Die aktuelle Eskalation erhöht das generelle Sicherheitsrisiko dramatisch“, so Joachimsen weiter. „Deutschland und Europa sind in der Arzneimittelversorgung auf solche Krisen nicht ausreichend vorbereitet. Wir sind verwundbar!“

Die Seehandelsroute Asien – Europa wird von den Reedereien aufgrund der aktuellen Ereignisse auf der Teilstrecke durch das Rote Meer als hochriskant eingestuft und von einigen Gesellschaften bereits nicht mehr befahren. Eine alternative Route um das Kap der Guten Hoffnung dauert nach Angaben der Schifffahrtsgesellschaften zehn bis 14 Tage länger und ist wesentlich teurer.

Für mehr Sicherheit in der Versorgung Europas mit Arzneimitteln fordert der BPI-Hauptgeschäftsführer ein neues Denken: „Gesundheitspolitik ist Standortpolitik ist Sicherheitspolitik! Konkret heißt das: Keine zusätzlichen Belastungen für die Unternehmen der pharmazeutischen Industrie, sondern Entlastungen, damit mehr Kapazitäten für Entwicklung und Produktion in Deutschland und Europa geschaffen werden können.“

Der BPI hat eine Sicherheitsstrategie vorgelegt, die neben einer Analyse der Situation einen Zehn-Punkte-Plan enthält, wie die Arzneimittelversorgung resilienter werden kann und sich Deutschland besser auf Krisen und Konflikte vorbereiten kann. Das Ziel dieser Strategie fasst Kai Joachimsen so zusammen: „Wir brauchen mehr Versorgungssouveränität – dringend!“


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