NIHR: Präventivstudie zu Arthritis soll Millionen Menschen Hoffnung geben

(26.03.2015, Pharma-Zeitung.de) LONDON - Copyright by Business Wire - NIHR

Bahnbrechendes Prüfpräparat könnte Millionen von Menschen in Großbritannien, die eines Tages wahrscheinlich an Arthritis erkranken, Hoffnung geben. Das Arzneimittel soll der Entwicklung von Arthritis vorbeugen, im Gegensatz zu bestehenden Therapien, mit denen die belastende Erkrankung erst nach ihrem Entstehen behandelt wird.

Die Studie zur Prüfung von Abatacept wird von Wissenschaftlern des englischen National Institute for Health Research (NIHR) geleitet und ist die weltweit umfangreichste Studie zur Klärung der Frage, ob gezielte Immuntherapie das Entstehen von rheumatoider Arthritis bei Menschen, bei denen nach ärztlicher Einschätzung ein hohes Risiko dieser Erkrankung besteht, verhindern kann. Die Studie wurde durch die NIHR Translational Research Partnership ermöglicht und 31 der landesweit führenden Krankenhäuser und Universitäten nehmen gemeinsam daran teil.

Professor Dame Sally C Davies FRS FMedSci, Chief Medical Officer for England, sagte dazu: „Vorbeugung ist bei chronischen Krankheiten für die Lebensqualität der Patienten ebenso wichtig wie die Verlangsamung des Fortschreitens. Ich freue mich sehr, dass das NIHR zusammen mit Bristol-Myers Squibb bei dieser bedeutenden Präventivstudie zusammenarbeitet. Die Translational Research Partnerships wurden staatlicherseits geschaffen, um die Zusammenarbeit mit der Biowissenschaftsbranche zu fördern, insbesondere um die Entwicklung neuer Therapieoptionen für Menschen mit so belastenden Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis voranzutreiben.“

Mark Samuels vom NIHR erklärte: „Diese Studie bringt uns der Verhinderung von Arthritis einen echten Schritt näher. Ich bin sehr froh, dass das NIHR eine so spannende Studie leitet. Das NIHR ist in einer perfekten Position für die Leitung einer so umfangreichen Studie in der experimentellen Medizin. Die Studie bietet Hoffnung, dass dieser schweren Erkrankung vorgebeugt werden kann.“

Derzeit sind in Großbritannien mehr als 500.000 Menschen von rheumatoider Arthritis betroffen. Die Erkrankung ist mit starken Schmerzen und in manchen Fällen mit körperlicher Behinderung verbunden. Dem britischen Gesundheitswesen (NHS) entstehen durch diese Krankheit jährlich Kosten in Höhe von 560 Millionen Pfund. Jedes Jahr treten in Großbritannien schätzungsweise 20.000 neue Fälle von rheumatoider Arthritis auf.1 Angesichts der alternden britischen Bevölkerung wird Arthritis ein zunehmend häufiges Problem darstellen.

Abatacept, das bereits für die Therapierung von Patienten mit etablierter rheumatoider Arthritis zugelassen ist, reduziert die Angriffe des Immunsystems auf normales Gewebe, indem es auf die Immunzellen (sogenannte T-Lymphozyten) einwirkt, die zur Entwicklung von rheumatoider Arthritis beitragen. Die Forscher wollen das Arzneimittel nun im Lauf der nächsten zwei Jahre in einer umfangreichen experimentellen Studie prüfen - an der über 200 Menschen teilnehmen, bei denen ein hohes Erkrankungsrisiko besteht. Die Probanden sind Patienten, die an Gelenkschmerzen, jedoch nicht an geschwollenen Gelenken leiden und bei denen in den Blutwerten Hinweise auf eine Autoimmunreaktion vorliegen.

Die Studie APIPPRA (Arthritis Prevention In the Pre-clinical Phase of RA with Abatacept) wurde von Studienleiter Professor Andrew Cope des NIHR Guy’s and St Thomas’ Biomedical Research Centre am King’s College London, Teil des King’s Health Partners Academic Health Sciences Centre in London, konzipiert.

Professor Cope sagte dazu: „Es ist eine sehr spannende Studie zu einer Therapie, die sich für die allererste erkennbare Krankheitsphase anbietet. Es ist ein bedeutender erster Schritt zur Heilung dieser chronischen, belastenden Erkrankung, von der mehr als eine halbe Million Erwachsene in Großbritannien betroffen sind.“

Das Pharmaunternehmen Bristol-Myers Squibb stellt das Arzneimittel bereit und gewährt der Studie einen Zuschuss in Höhe von 3 Millionen Pfund.

Der Studienumfang - mit Fachkräften aus Dutzenden von britischen Institutionen - unterstreicht das Bestreben des NIHR, die besten Köpfe des Landes zusammenzurufen, um die dringendsten Gesundheitsprobleme der Nation in Angriff zu nehmen.

1. Wichtige Fakten zu Arthritis: http://www.arthritisresearchuk.org/arthritis-information/data-and-statistics.aspx

– Ende –

Hinweis an die Redaktion:

Über rheumatoide Arthritis

Rheumatoide Arthritis ist eine häufige, chronische, immunvermittelte Entzündungskrankheit der Gelenke. In Großbritannien sind mehr als 500.000 Menschen davon betroffen1, 2. Rheumatoide Arthritis ist sehr belastend für die Patienten und ihre Angehörigen. Ein Drittel der davon Betroffenen ist innerhalb von zwei Jahren nach Krankheitsbeginn nicht mehr arbeitsfähig3.

1. Scott, DL, Wolfe F, Huizinga TWJ. Rheumatoid arthritis. Lancet 2010; 376; 1094-1108.

2. Hochberg MC, Spector TD. Epidemiology of rheumatoid arthritis: update. Baillieres Clin Rheumatol 1995; 9:619-632.

3. Wolfe F, and Hawley DJ. The longterm outcomes of rheumatoid arthritis: Work disability: a prospective 18 year study of 823 patients. J Rheumatol 1998; 25: 2108-2117.

Über das NOCRI

Das NIHR Office for Clinical Research Infrastructure (NOCRI) ist öffentlichen, gemeinnützigen und gewerblichen Forschungsfinanzierungsstellen behilflich, partnerschaftlich mit der NIHR-Infrastruktur zusammenzuarbeiten und größtmöglichen Nutzen aus den Investitionen des britischen Gesundheitsministeriums zu ziehen, das jährlich 0,5 Milliarden Pfund in die Infrastruktur der klinischen Forschung steckt. Darüber hinaus sorgt das Büro dafür, dass die vom NIHR unterstützten Zentren, Einheiten, Einrichtungen und Netzwerke zusammenarbeiten können, um die innovative Forschung zum Nutzen der Patienten voranzutreiben.

Über das NIHR

Das im April 2006 gegründete und vom britischen Gesundheitsministerium finanzierte National Institute for Health Research (NIHR) soll die Gesundheit und den Wohlstand der Nation durch Forschungsarbeit verbessern und die Forschung im NHS transformieren.

Über NIHR Translational Research Partnerships

NIHR Translational Research Partnerships bringen erstklassige Studienleiter in führenden britischen Hochschulen und NHS-Zentren zusammen, um die Zusammenarbeit mit den Biowissenschaftsbranchen im frühen und exploratorischen Entwicklungsstadium neuer Arzneimittel und sonstiger Eingriffe zu unterstützen.

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