Publikation der Studie EXALT-1 in Cancer Discovery belegt Verbesserung der Krebsbehandlungsergebnisse durch erste KI-gestützte funktionale präzisionsmedizinische Plattform

(12.10.2021, Pharma-Zeitung.de) WIEN und OXFORD, England - Copyright by Business Wire - Exscientia


Studie zeigt Vorteile der ersten KI-gestützten funktionalen präzisionsmedizinischen Plattform für die Therapiewahl und Verbesserung der Behandlungsergebnisse bei Patienten mit fortgeschrittenen Blutkrebsarten


54 % der Patienten zeigten klinischen Nutzen eines mehr als 1,3-fach verbesserten progressionsfreien Überlebens im Vergleich zur früheren Therapie


40 % der Patienten erzielten ein außergewöhnliches Ansprechen, das mindestens dreimal länger anhielt, als bei der jeweiligen Erkrankung zu erwarten gewesen wäre


Exscientia (Nasdaq: EXAI), die Medizinische Universität Wien und das CCeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der österreichischen Akademie der Wissenschaften, gaben heute bekannt, dass die endgültigen Ergebnisse der Studie EXALT-1 in Cancer Discovery, einem Journal der American Association of Cancer Research, veröffentlicht wurden. Die Studie mit dem Titel „Functional Precision Medicine Provides Clinical Benefit in Advanced Aggressive Haematological Cancers and Identifies Exceptional Responders“, veranschaulicht die potenziellen praktischen Auswirkungen des Einsatzes der KI-gestützten präzisionsmedizinischen Plattform von Exscientia (die in der Studie als funktionale Einzelzell-Präzisionsmedizin bzw. scFPF bezeichnet wird), wenn diese vorschlägt, welche Therapie für Patienten mit Blutkrebs im fortgeschrittenen Stadium am wirksamsten wäre. Die Vorschläge basieren dabei auf Tests des Ansprechens patienteneigener Gewebeproben ex vivo. Interimsdaten aus der Studie wurden bereits in The Lancet Haematology veröffentlicht.


„Präzisionsmedizin bedeutet, dem richtigen Patienten zur richtigen Zeit das richtige Arzneimittel zu verabreichen. Durch die robuste und genaue Auswertung der Wirkung eines Arzneimittels auf lebensfähige Gewebeproben eines Patienten mit Einzelzellauflösung haben wir eine Technologie geschaffen, die Hämato-Onkologen eine Prognose des Ansprechens eines Patienten vor der Therapieauswahl ermöglicht“, erklärte Dr. Gregory Vladimer, Ph.D., VP of Translational Research bei Exscientia und Miterfinder der Plattformtechnologie. „Durch die Nutzung von Genetik in der Präzisionskrebsmedizin kann ermittelt werden, ob ein Ziel vorliegt. Die funktionale Charakterisierung verfügbarer Arzneimitteloptionen auf die Patientenzellen innerhalb eines kleinen Zeitfensters bietet jedoch Evidenz für die Empfindlichkeit der Krebszellen.“


„Die Studie EXALT-1 war die allererste prospektive Studie ihrer Art und zeigte das Potenzial einer funktionalen präzisionsmedizinischen Plattform zur Ermittlung der optimalen Therapie für individuelle Patienten. Die Ergebnisse der Studie sind ganz klar: Patienten, die gemäß den Empfehlungen aus dem Einzelzellen-Arzneimittel-Screening aus Biopsien in Echtzeit behandelt wurden, blieben länger progressionsfrei, verglichen mit ihren früheren Therapielinien“, so Dr. med. Philipp P. Staber, Ph.D., Hämatologe, Onkologe an der Medizinischen Universität Wien und Studienleiter.


Die prospektive, einarmige, offene Studie EXALT-1 war eine Basket-Studie für Patienten mit diversen aggressiven Blutkrebsarten. Im Rahmen der Studie wurden insgesamt 76 Patienten ausgewertet. 56 Patienten davon wurden gemäß den scFPM-Empfehlungen behandelt und 20 Patienten erhielten eine ärztlicherseits gewählte Therapie. Bei der medianen Verlaufskontrolle nach 23,9 Monaten zeigten 54 Prozent der Patienten (30/56) einen klinischen Nutzen eines mehr als 1,3-fach verbesserten progressionsfreien Überlebens (PFS) im Vergleich zu ihrer vorherigen Therapie, wobei 40 Prozent der Responder (12/30) ein außergewöhnliches Ansprechen erzielten, das mindestens dreimal länger andauerte, als bei ihrer jeweiligen Erkrankung zu erwarten gewesen wäre. Der PFS-Wert unter der scFPM-geleiteten Therapie war signifikant höher (p = 0,0093). Besonders beachtenswert war dabei, dass 23 Prozent der Patienten (13/56) auch 12 Monate nach der scFPM-geleiteten Therapie progressionsfrei waren, im Vergleich zu lediglich 5 Prozent der Patienten (3/56) unter ihrer früheren Therapie. Die objektive Ansprechrate lag bei 55 Prozent der Patienten, die gemäß den scFPM-Ergebnissen behandelt wurden.


Giulio Superti-Furga, Wissenschaftlicher Direktor des CeMM Forschungszentrums für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, sagte dazu: „Diese aktuelle Studie ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie eine erfolgreiche Zusammenarbeit von akademischer Forschung und Innovation, klinischer Expertise und pharmatechnischem Knowhow den Patienten und der Entwicklung neuer Technologien zugutekommen kann. Hierbei handelt es sich nicht um personalisierte Medizin auf der Grundlage von Biomarkern, sondern um eine echte Messung, basierend auf Funktion.“


Die präzisionsmedizinische Plattform von Exscientia nutzt KI-gestützte Verfahren zur Durchführung detaillierter HC-Einzelzellanalysen von Gewebeproben individueller Patienten, um klinisch relevante Erkenntnisse darüber zu generieren, welche Therapien einem einzelnen Patienten den größten Nutzen bringen würden. Die zugrundeliegende Technologie wurde von Dr. Gregory Vladimer und Prof. Berend Snijder, jetzt an der ETH Zürich, entwickelt, als diese im Labor von Giulio Superti-Furga am CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin in Österreich tätig waren.


„Mit seiner patientenzentrierten KI-Strategie will Exscentia die Patienten unmittelbar in alle Aspekte neuer medizinischer Entdeckungen und Entwicklungen einbringen, einschließlich Zielerforschung, Arzneimitteloptimierung und Patientenauswahl für klinische Studien“, erklärte Dr. Andrew Hopkins, Ph.D., Gründer und Chief Executive Officer von Exscientia. „Diese Ergebnisse sind eine aussagekräftige Bestätigung unserer Strategie, künstliche Intelligenz zur Modernisierung der Arzneimittelentwicklung einzusetzen, um letzten Endes bessere Arzneimittel schneller für Patienten, die diese brauchen, verfügbar zu machen.“


Über Exscientia
Exscientia ist ein KI-orientiertes Pharmatechnologieunternehmen, das sich der Entdeckung, Konzipierung und Entwicklung der bestmöglichen Arzneimittel auf die schnellste und effektivste Weise widmet. Exscientia hat die erste funktionale Plattform für Präzisions-Onkologie überhaupt entwickelt, die in einer prospektiven klinischen Interventionsstudie erfolgreich die Wahl der Behandlung anleitet und die Ergebnisse für die Patienten verbessert. Außerdem werden mit KI konzipierte Kleinmoleküle bis zur klinischen Entwicklung geführt. Unsere Pipeline unterstreicht unsere Fähigkeit, wissenschaftliche Konzepte schnell in präzise entwickelte therapeutische Kandidaten umzusetzen. Mehr als 25 Projekte, darunter die ersten drei KI-konzipierten Wirkstoffkandidaten, treten jetzt in die klinische Phase 1 ein.


Exscientia unterhält Niederlassungen in Oxford, Wien, Dundee, Miami und Osaka. Für weitere Informationen besuchen Sie uns auf https://www.exscientia.ai oder folgen Sie uns auf Twitter @exscientiaAI.


Das CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin ist ein interdisziplinäres Forschungsinstitut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, das sich der Förderung des Verständnisses menschlicher Erkrankungen durch biomedizinische und Grundlagenforschung widmet. Das CeMM befindet sich mitten im Campus der Medizinischen Universität Wien und konzentriert sich auf seinen Gründungsauftrag der naturwissenschaftlichen Pionierarbeit, um die präzise, personalisierte, prädiktive und präventive Medizin der Zukunft zu fördern. Die Forschungsarbeit des CeMM basiert auf postgenomischen Technologien und richtet ihren Fokus auf gesellschaftlich bedeutungsvolle Erkrankungen, wie etwa Immunstörungen und Infektionskrankheiten, Krebs und Stoffwechselstörungen. Das Institut engagiert sich für die Ermittlung, Unterstützung und Umsetzung seiner Forschungserkenntnisse in wirksame Lösungen für die gesamte Gesellschaft. www.cemm.at


Die Medizinische Universität Wien ist eine geschichtsreiche medizinische Lehranstalt mit nahezu 7.500 Studierenden und rund 6.000 Mitarbeiter/innen und eine bedeutende, ranghohe biomedizinische Forschungsinstitution Europas. Ihr internationaler Ausblick ist einer ihrer wichtigsten Stützpfeiler und ihr Forschungsschwerpunkt richtet sich auf Immunologie, Krebsforschung, Bildgebung, Hirnforschung und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. www.meduniwien.ac.at/web/en


Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Pressemitteilung enthält bestimmte zukunftsgerichtete Aussagen im Sinne der „Safe Harbor“-Bestimmungen des US-amerikanischen Private Securities Litigation Reform Act von 1995, darunter Aussagen im Zusammenhang mit den Erwartungen von Exscientia hinsichtlich der Fähigkeit seiner KI-gestützten präzisionsmedizinischen Plattform, detaillierte HC-Einzelzellanalysen von Gewebeproben individueller Patienten durchzuführen, um klinisch relevante Erkenntnisse zu erzeugen, welche Therapien für einzelne Patienten vom größten Nutzen sein werden. Wörter wie „davon ausgehen“, „überzeugt sein“, „erwarten“, „beabsichtigen“, „voraussichtlich“, „vorhersehen“ und „künftig“ oder ähnliche Ausdrücke sollen zukunftsgerichtete Aussagen kennzeichnen. Diese zukunftsgerichteten Aussagen unterliegen den naturgemäßen Ungewissheiten in Verbindung mit der Vorhersage künftiger Ergebnisse und Bedingungen, und es kann nicht zugesichert werden, dass die vorstehend genannte KI-gestützte präzisionsmedizinische Plattform erfolgreich die wirksamste Therapie für individuelle Patienten, einschließlich Patienten mit Blutkrebs im Spätstadium, vorschlagen kann. Der Erfolg der Plattform bei der Abstimmung gezielter Therapien auf individuelle Patienten hängt von zahlreichen Faktoren ab, von denen viele außerhalb des Einflussbereichs von Exscientia liegen, darunter unter anderen insbesondere die Fähigkeit von Gesundheitsdienstleistern, lebensfähige Zellen zu entnehmen und die Ansprechfähigkeit der Patienten nach diversen Vorbehandlungen. Exscientia übernimmt keine Verpflichtung, zukunftsgerichtete Aussagen aufgrund neuer Informationen, künftiger Ereignisse oder aus anderen Gründen öffentlich zu aktualisieren oder zu revidieren, sofern dies nicht gesetzlich vorgeschrieben ist.


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