TrumpRx erhöht den Druck auf deutsche Pharmaunternehmen mit US-Geschäft

Pharma-Deutschland-Hauptgeschäftsführerin Brakmann: Langfristige Pharmastrategie für Deutschland braucht höhere Aufmerksamkeit der gesamten Bundesregierung

(12.02.2026, Pharma-Zeitung.de) Mit dem Launch der Online-Plattform TrumpRx.gov vergangene Woche setzt die US-Regierung ihre Strategie zur drastischen Senkung von Arzneimittelpreisen in die Praxis um. Über die neue Webseite sollen Patientinnen und Patienten in den USA künftig günstiger an Arzneimittel gelangen. Derzeit sind 40 Arzneimittel gelistet, weitere sollen folgen. Die Plattform ist Teil einer umfassenden Initiative zur Senkung der Arzneimittelpreise in den USA. Im Mai letzten Jahres hatte die US-Regierung die Umsetzung eines „Most Favored Nation (MFN)“- Prinzips angekündigt. Danach sollen sich die US-Arzneimittelpreise an denen vergleichbarer Länder orientieren. Deutschland gilt dabei explizit als Referenzland.

„TrumpRx schafft Fakten und zeigt einmal mehr, mit welchem Tempo und mit welcher Entschlossenheit die angekündigten Maßnahmen umgesetzt werden. Die amerikanische Preispolitik setzt die deutschen Pharmaunternehmen mit US-Geschäft unter Druck. Die Marktmacht und Exportintensität in die USA sind zu groß, als dass Deutschland von TrumpRx nicht massiv betroffen wäre“, warnt Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland.

„Unternehmen werden ihre Preis- und Markteintrittsstrategien zwangsläufig neu bewerten müssen – mit der Folge, dass Deutschland bei der Einführung neuer Arzneimittel zurückfallen oder ganz leer ausgehen könnte. Wir müssen verhindern, dass die Transformation des US-Marktes zu Lasten der Patientenversorgung in Deutschland geht“, so Brakmann abschließend. „Die Entwicklungen in den USA und ihre Auswirkungen auf den Pharmastandort Deutschland brauchen richtungsweisende und ressortübergreifende Antworten der Bundesregierung beim laufenden Pharmadialog.“

Pharma Deutschland sieht die Gefahr, dass die rasanten Veränderungen des globalen Pharmamarktes dazu führen, dass innovative Arzneimittel später oder gar nicht in Deutschland oder Europa vermarktet werden, um niedrige Preisreferenzen zu vermeiden und den US-Preis zu schützen. Bereits heute besteht gegenüber den USA ein spürbarer Innovationsrückstand: Seit 2015 sind insgesamt über 100 Substanzen gar nicht mehr in Europa zugelassen worden. Aktuell gibt es 19 Arzneimittel mit Breakthrough-Status, die in den USA, aber nicht in Deutschland, verfügbar sind. Somit gerät die schnelle und langfristige Verfügbarkeit innovativer Arzneimittel für deutsche Patientinnen und Patienten durch TrumpRx zusätzlich unter Druck.

Quelle Pharma Deutschland 11.02.2026


Über Pharma Deutschland e.V.

Der Pharma Deutschland e.V. ist der mitgliederstärkste Branchenverband der Pharmaindustrie in Deutschland. Er vertritt die Interessen von rund 400 Mitgliedsunternehmen, die in Deutschland ca. 80.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen. Die in Pharma Deutschland e.V. organisierten Unternehmen tragen maßgeblich dazu bei, die Arzneimittelversorgung in Deutschland zu sichern. So stellen sie fast 80 Prozent der in Apotheken verkauften rezeptfreien und fast zwei Drittel der rezeptpflichtigen Arzneimittel sowie einen Großteil der stofflichen und dentalen Medizinprodukte für die Patientinnen und Patienten bereit. Unter www.pharmadeutschland.de gibt es mehr Informationen zu Pharma Deutschland.

Weitere Informationen anfordern

Kontaktieren Sie den Autor um weitere Informationen zu erhalten. Füllen Sie das folgende Formular aus und erhalten Sie kostenfrei und unverbindlich weitere Informationen vom Anbieter.

Firma
Anfrage
Name
E-Mail
Telefon

Weitere Pressemitteilungen von Pharma Deutschland e.V.

20.03.2026 Weltwassertag: Wasser schützen – Arzneimittelversorgung nicht gefährden!
27.02.2026 Ethanol-Regulierung für Arzneimittelproduktion steht noch aus
13.01.2026 InnoVention 2026: Digitale Fachmesse zeigt Zukunftstrends der Pharmabranche
16.12.2025 Reform der EU-Medizinprodukteverordnung bringt strukturelle Verbesserungen
26.11.2025 Deutschlandweite Zufriedenheit mit Gesundheitsversorgung weiterhin gering
22.08.2025 Pharma Deutschland bleibt trotz Fortschritten kritisch: Die gemeinsame EU-USA-Erklärung zu Zöllen bringt mehr Klarheit – aber noch keine vollständige Entwarnung.

Newsletter abonnieren


Ansprechpartner

Geschäftsstelle Bonn
Pharma Deutschland e.V.
Ubierstraße 71-73
53173 Bonn




Anhang

Pharma Deutschland e.V.
Dateityp: JPG
Größe: 7.7 kb
Abmessungen:
180 x 57 Pixel
» Download



Partner
Medizinische Übersetzungen
Zerfallszeittester / Disintegration Tester DISI

Ihre Pressemitteilung hier?

Nutzen Sie Pharma-Zeitung.de für effektive Pressearbeit und Neukundengewinnung.

» Pressemitteilung veröffentlichen

 




AKTUELLE PHARMA SEMINARE