Wissenschaft oder Wirtschaft. Wohin soll die Karriereplanung gehen?

(20.06.2016, Pharma-Zeitung.de) Natürlich ist es ein Mythos, dass mit der Entscheidung für ein wirtschaftswissenschaftliche oder eine naturwissenschaftliche weiterführende Schule bereits die Weichen für alle Zeit in Stein gemeißelt sind. Was indes wirklich der Realität entspricht, ist die Tatsache, dass viele sich vor der Entscheidung für ein Studienfach die Frage stellen, ob die Karriereplanung in Richtung Wirtschaft gehen soll, oder ob die Naturwissenschaften ihnen besser liegen.


Forschung und Wirtschaft nähern sich an

Die Durchlässigkeit der Berufsoptionen stellt die Studenten von heute vor eine schwierige Herausforderung. Nicht mehr das Studium muss zwangsläufig ein Indiz dafür sein, in welchem Bereich sie inhaltlich später einmal tätig sein wollen, denn es zeigt sich ein Trend, der zunehmend deutlicher wird: Forschung und Entwicklung haben im Jahr 2014 in der Wirtschaft selbst einen Höhepunkt erreicht. So lautet das Ergebnis der Wissenschaftsstatistik im Stifterverband (1). Besonders deutlich wird diese Entwicklung in den Branchen Softwareentwicklung, aber auch im Kraftfahrzeugbau, in der chemischen und elektrotechnischen Industrie sowie im Maschinenbau. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland damit auf Platz 9. Auf den ersten drei Plätzen im Ranking befinden sich Südkorea, Israel und Japan.


Naturwissenschaftler vs. Manager

Eine Idee, wie der „typische“ Naturwissenschaftler aussehen könnte, haben sicherlich alle: Unter dem weißen Kittel zeigt sich meist legere Kleidung. Das Klemmbrett, um Notizen zu machen, ist bei den Traditionalisten immer griffbreit. Die modernere Variante des Wissenschaftlers nutzt da das Tablet, um Aufzeichnungen über Erforschtes zu machen. Im schicken Anzug stellt sich indes keiner einen Naturwissenschaftler vor, obgleich so mancher Personalchef wahrlich händeringend nach solchen Mitarbeitern suchen würde, denn sie haben den Ruf, besonders analytisch und damit letztlich auch effizient arbeiten zu können.

Viele Naturwissenschaftler verbindet eins: die Promotion. Und diese wird auch in der Wirtschaft hoch angesehen. Als Forschungseinrichtung empfehlen sich mitunter große Namen wie das Fraunhofer-Institut und die Max-Planck-Gesellschaft. Von der Gesellschaft Deutscher Chemiker gibt es diesen Tipp: Wer forschen will, sollte in die Wissenschaft gehen (2). Leicht ist das im Übrigen ganz und gar nicht. Sehr gute Leistungen und ein gutes Nervenkostüm sind Grundvoraussetzung für eine Karriere in der Wissenschaft, denn der Unsicherheitsfaktor ist gerade zum Karrierebeginn sehr groß. Wenig Gehalt und befristete Verträge stellen Geduld und Ausdauer häufig massiv auf die Probe. Mobil sollte man zudem sein, denn Stellen im In- und Ausland liegen nicht immer vor der Haustür. Die Deutsche Physikalische Gesellschaft hat für den wissenschaftlichen Nachwuchs noch einen weiteren Tipp: Vorausschauend denken ist das A und O. Man müsse das Gespür dafür haben, erahnen zu können, was in zehn Jahren von Relevanz ist.


Dort finden promovierte Naturwissenschaftler eine Anstellung

Wer sich nicht für den unsichereren Weg in die Forschung entscheiden möchte, dem stehen vielfältige Einstiegsmöglichkeiten zur Verfügung (3), die jeweils in Abhängigkeit von zusätzlichen Qualifikationen mehr oder weniger geeignet sind. Wer sich neben den Naturwissenschaften noch für die schreibende Zunft interessiert, könnte in einem Fachverlag eine Anstellung finden. Wer indes das Sachbearbeiter-, Berater- oder Vertriebsgen hat, fühlt sich in einer Behörde, einer Bank oder einer Versicherung sicherlich sehr wohl. Auch im Qualitätsmanagement und im Marketing werden Wissenschaftler zunehmend häufiger gesucht. Grundsätzlich gilt: Unabhängig davon, wo der Ersteinstieg glückt, bietet die Anstellung in einem mittleren oder größeren Unternehmen auch immer die Chance, später einmal ins Forschungsteam nachzurücken (oder dieses gar selbst zu initiieren). Wie eingangs erläutert, wird der Trend zur Verquickung zunehmend deutlicher.

Die Einstiegsposition eines promovierten Naturwissenschaftlers ist im Übrigen nicht mit anderen Fachbereichen zu vergleichen. Hier glückt der Einstieg nicht selten direkt in einer Führungsaufgabe, denn im Bereich Naturwissenschaften und Forschung gilt – wie in kaum einer anderen Branche: Das Kontingent an mitgebrachtem Fachwissen ist entscheidend für den späteren Einsatz (z.B. für Sonderpositionen wie Reach-Beauftragte (4)). Etwaige Seminare zur Mitarbeiterführung etc. sind an dieser Stelle nachholbar und weit weniger ausschlaggebend wie etwa bei einem BWL-Studenten.


Aktuelle Zahlen

Die Arbeitsagentur (5) nennt positiv klingende Zahlen mit Blick auf die Entwicklung der Erwerbstätigen im Bereich der Naturwissenschaften: „Die Zahl der in Deutschland tätigen Naturwissenschaftler hat sich in den letzten Jahren stetig erhöht. Die Hochrechnungen des Mikrozensus wiesen 2013 insgesamt rund 475.000 Erwerbstätige mit einem naturwissenschaftlichen Hochschulabschluss aus. Im Zehn-Jahres-Rückblick ist die Erwerbstätigkeit um 60 Prozent gestiegen.“

Wo diese Wissenschaftler tätig sind, geht ebenfalls aus der Statistik hervor. 171.000 sind als klassische Naturwissenschaftler tätig. Auf Platz 1 liegen die Chemiker mit einer Anzahl von 65.000. Die Physiker (36.000) und Biologen (34.000) teilen sich fast Platz 2 und die Mathematiker liegen mit 18.000 gleichauf mit Geografen, Meteorologen und Geowissenschaftlern. Die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten von Naturwissenschaftlern wird auch hier deutlich: 27 Prozent arbeiten in den Naturwissenschaften, 23 Prozent in Lehre und Forschung, 12 Prozent in der Unternehmensführung und neun Prozent im Bereich Informatik. Die übrigen 29 Prozent setzen sich zusammen aus berufsunüblichen Sparten wie Vertrieb, Verwaltung, Marketing und Finanzdienstleistungen.


1.) https://www.stifterverband.org/facts_forschung_und_entwicklung_2014
2.) http://www.zeit.de/campus/2013/s1/naturwissenschaften-berufseinstieg
3.) https://www.stepstone.de/jobs/Naturwissenschaften-und-Forschung.html
4.) http://www.pharma-zeitung.de/wie-werde-ich-reach-beauftragter.6463.php
5.) https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Akademiker/generische-Publikationen/Broschuere-Akademiker-2014.pdf


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