Agendia meldet die laut einer Studie potenziellen Verbesserungen der Brustkrebstherapie mittels molekularer Subtypisierung

(16.09.2014, Pharma-Zeitung.de) AMSTERDAM - Copyright by Business Wire - Agendia

BluePrint erweist sich zur Analyse von Brustkrebs vor einem Eingriff gegenüber traditioneller Subtypisierung als überlegen - so der Artikel in Annals of Surgical Oncology

Weitere Informationen und aktualisierte Daten auf dem anstehenden ESMO-Kongress in Madrid

Ergebnisse einer neuen Studie können möglicherweise die Bewertung und Behandlung von Brustkrebs entscheidend verändern, da der genomische Test des BluePrint im Vergleich zu traditionellen pathologischen IHC-FISH-Tests genauere Informationen über den molekularen Subtyp eines bestimmten Brustkrebskarzinoms liefert. Die prospektive Beobachtungsstudie mit 426 Patienten wurde unlängst online von Annals of Surgical Oncology mit der Schlussfolgerung veröffentlicht, dass der BluePrint des niederländischen molekularen Diagnostikunternehmens Agendia eventuell als eine bessere Orientierungshilfe als IHC-FISH-Tests in Bezug auf Entscheidungen dient, wie Brustkrebs im Frühstadium vor einem Eingriff behandelt werden sollte.

Forscher berichteten zudem, dass im Rahmen des BluePrint-Tests mit 80 Genen insgesamt 22 % der Tumore anders eingestuft und die tumorbiologischen Untergruppen (Subtypen) von Brustkrebs genauer erkannt wurden, als dies mit IHC-FISH der Fall gewesen wäre.

„Durch diesen genomischen Test erhalten wir einen besseren Überblick, ob Patienten auf präoperative Therapien ansprechen sowie Anregungen für die entsprechende Therapieform”, so Pat Whitworth, M.D., chirurgischer Onkologe und Studienleiter aus Nashville.

Weitere Informationen und aktualisierte Daten dieser laufenden Studie werden bei der Tagung der Europäischen Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO 2014) im Rahmen einer Posterdiskussion präsentiert. ESMO 2014 findet vom 26.-30. September in Madrid statt.

MammaPrint

Der BluePrint wird in Verbindung mit dem Test MammaPrint von Agendia (70 Gene) durchgeführt. MammaPrint liefert die grundlegende Risikoklassifizierung von 'hoch' oder 'gering' hinsichtlich des Wiederauftretens von Brustkrebs ohne die Ungewissheit von Zwischenergebnissen. Zusätzliche prädikative therapiebezogene Informationen werden durch die Blueprint-Prüfung (80 Gene) zur Erkennung des molekularen Subtypen übertragen.

„Die Studienergebnisse werden unter anderem dazu führen, dass wir letztendlich zahlreiche Brustkrebspatienten anders bewerten und behandeln als es jetzt der Fall ist, da wir uns auf die entsprechenden molekularen Subtypen und nicht nur auf die pathologischen Ergebnisse von IHC-FISH verlassen”, erklärte Dr. Whitworth.

Dadurch würden sich laut Neil Barth, MD., Onkologe und Chief Medical Officer von Agendia, bei Analyse und Therapie von Brustkrebs wesentliche Veränderungen ergeben: „Ärzte verlassen sich seit nahezu 40 Jahren auf prädiktive Ergebnisse von pathologischen Tests wie IHC und FISH, um klinische Entscheidungen zu treffen”, erklärte er. „Uns ist aber auch bewusst, dass diese Pathologiebefunde nicht vollumfänglich sind, da häufig Abweichungen bezüglich der Aussagen von IHC-FISH und der tatsächlichen Entwicklung von Tumoren beobachtet werden.”

Seiner Ansicht nach besagt die neue Studie in Verbindung mit anderen neuen Forschungsergebnissen, „dass wir jetzt über ein besseres Instrument zur Einschätzung der dominanten biologischen Einflussfaktoren eines jeden individuellen Brustkrebstumors verfügen.” Er verglich diesen „nächsten Iterationsschritt” hinsichtlich der Kenntnisse über Brustkrebs mit dem Wechsel von einem Handy zu einem Smartphone. „Mit molekularer Subtypisierung verfügen wir jetzt über etwas Ähnliches wie GPS bei Smartphones, um besser feststellen zu können, in welchem Stadium wir uns gerade befinden und wo der Weg hinführen kann”, sagte er.

Kaum Nutzen von präoperativer Chemotherapie

Die neue Studie bestätigte zudem die veröffentlichten Forschungsergebnisse von Stefan Gluck, M.D., dass die präoperative Chemotherapie bei Patienten mit dem häufig auftretenden Subtyp Luminal A in der Regel kaum einen Nutzen bringt. „Bei dem BluePrint-Test wird die Brustkrebsbiologie wesentlich detaillierter betrachtet als bei IHC-FISH Tests” so Dr. Whitworth. „Diese neue Information über luminale Tumore ist ein Beispiel dafür, wie molekulare Subtypisierung bei präoperativen Therapieentscheidungen helfen kann.”

Dr. Whitworth zufolge kann die Erforschung von molekularen Subtypen, wenn sie durch andere Forschungen bestätigt werden, zudem die Behandlung von „dreifach positiven” Mammakarzinomen, die als HER2, ER und PR positiv durch IHC-FISH analysiert werden, verändern. „Laut den neuen Forschungsergebnissen zeigt die Hälfte dieser Patienten keine klinische Reaktion gemäß HER 2-Typ und kann daher besser auf andere Therapieformen als die für HER2-positive Patienten ansprechen.”

American College of Surgeons

Die potenziellen Vorteile einer neoadjuvanten Krebsbehandlung wurden durch den Krebsausschuss des American College of Surgeons hervorgehoben. „Trotz der bekannten Vorzüge wird vielen Menschen der Nutzen einer präoperativen Therapie vorenthalten”, berichtet der Ausschuss, der auch Ärzte und Patienten folgendermaßen berät: „Keine Operation als Erstbehandlung ohne präoperative (neoadjuvante) systemische Behandlung und/oder Bestrahlung für verschiedene Tumore und Stadien in Betracht zu ziehen, wenn sich die Methoden als Verbesserung der lokalen Tumorkontrolle, der Lebensqualität oder hinsichtlich des Überlebens als effektiv erweisen.”

Patientengeschichte

Zu den Patienten von Dr. Whitworth in der Studie von Annals of Surgical Oncology zählt Kara Sanders, Bewährungshelferin, zum Zeitpunkt der Diagnose Ende dreißig. Sie gehörte zu den Patienten, deren Tumor durch MammaPrint und BluePrint neu eingestuft wurde, nachdem sie gemäß IHC-FISH als dreifach positiv analysiert worden war. Ihre neoadjuvante Therapie beruhte teilweise auf genomischen Tests und war bei der Erzielung der gesamten pathologischen Ansprechrate erfolgreich: Kein invasives Karzinom in der Brust und Axilla vor einer Operation.

„Nach meiner Diagnose konnte ich kaum Informationen über Brustkrebs bei prämenopausalen Frauen finden”, so Sanders. „Ich bin wirklich glücklich, bei diesem Versuch mitzuwirken und einen Beitrag für die Forschung zu leisten, da es äußerst erfüllend ist, über mehr Wissen dieser Art zu verfügen.”

Neben dem Nashville Breast Center von Dr. Whitworth nahmen an der an mehreren Orten durchgeführten Studie Patienten aus zahlreichen lokalen und wissenschaftlichen Bereichen teil, darunter Krankenhäuser in Washington, D.C., Dallas, Virginia, Pennsylvania und Georgia. Die Studie wird auch in der Oktoberausgabe von Annals of Surgical Oncology veröffentlicht und ist Teil des laufenden Neoadjuvant Breast Registry Symphony Trial (NBRST, ausgesprochen „N-Breast”).

Quellen mit weiteren Hinweisen

  • Unabhängiger Vergleich von molekularer Subtypisierung (einschließlich Video)
  • RASTER - Prospektives Ergebnis Studie und Pressemitteilung
  • MammaPrint gültig bis zu 25 Jahren: Studie und Pressemitteilung

Über Agendia:

Agendia (Amsterdam, Niederlande und Irvine, CA, USA) ist ein führendes Molekulardiganostik-Unternehmen, das genombasierte diagnostische Produkte entwickelt und vermarktet, die Ärzte bei komplexen Behandlungsentscheidungen unterstützen. Die Brustkrebs-Tests von Agendia wurden mithilfe wertfreier Genselektion und der Analyse des vollständigen menschlichen Genoms entwickelt.

MammaPrint ist das erste, einem Peer-Review unterzogenen Assay mit prospektiven Ergebnissen. Die Tests von Agendia helfen dem Arzt beim Feststellen des persönlichen Metastaserisikos von Patienten, welche Personen von Chemo-, Hormon- oder kombinierten Therapien profitieren, sowie welche Patienten keine dieser Behandlungen benötigen und stattdessen mit weniger belastenden und kostengünstigeren Methoden behandelt werden können.

Zudem verfügt Agendia über eine umfassende Pipeline an genomischen Produkten im Entwicklungsstadium. Das Unternehmen arbeitet mit Pharmaunternehmen, führenden Krebszentren und wissenschaftlichen Gruppen bei der Entwicklung diagnostischer Begleittests auf dem Gebiet der Onkologie zusammen und ist ein wichtiger Partner bei den ISPY-2 und MINDACT Studien. Weitere Informationen sind verfügbar unter www.agendia.com.

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